Autohandel im Internet? Da ginge was. Die Kunden wären bereit. Kleinteile laufen bereits. Rund 7 Millionen Autofahrer haben in den letzten 24 Monaten Autoersatzteile, Zubehör oder Reifen online gekauft. Zu diesem Ergebnis kommt das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen TNS Infratest.   Ein Milliardenmarkt. Zahlen aus den USA belegen auch einen Trend zum Neuwagenkauf im Web und untermauern damit Studien von Accenture und Arthur D. Little für Deutschland.

Jeder fünfte Autofahrer in Deutschland hat laut Accenture schon einmal online einen Wagen gekauft. Jeder Neunte hat über das Internet sogar bereits einen Neuwagen erworben. etailment berichtete. Laut einer Umfrage der Unternehmensberatung Arthur D. Little halten es zudem mehr als ein Drittel der deutschen Verbraucher für sehr wahrscheinlich, einen Neuwagen über ein Portal zu kaufen. Davon profitieren aber weniger die Autobauer und ihre Händler, die sich aus Angst vor Kannibalisierung gegenseitig lähmen, sondern eher die Online-Autobörsen. 

Allein über Mobile.de werden jährlich schon etwa 200.000 Neuwagenkäufe angebahnt, sagte jüngst Mobile.de-Chef Malte Krüger dem Tagesspiegel. Pläne für eine eigene Mobile.de-Plattform für Neuwagen dementiert er  nicht.

In den USA hat der Kauf von Autos und Autoteilen via Internet bereits einen Marktanteil von rund 8 Prozent am E-Commerce. Für 2011 sagt eine Studie von Capgemini, das knapp jeder dritte US-Neuwagen-Käufer einen Wagen auch im Web kaufen würde. Für Deutschland geht Capgemini von 32 Prozent aus. Autobauer müssten sich deshalb noch in diesem Jahrzehnt diesen Kunden widmen. Sonst bestünde die Gefahr, dass sie insbesondere die jungen Kunden verlieren, mahnt E-Marketer, das diese Zahlen zusammengestellt hat.

Hinzu kommt: Wer gelernt hat, dass er Autoteile sicher und problemlos über das Web erwerben kann, wird sich einiges Tages die berühmte "Warum nicht"-Frage stellen - "Warum nicht gleich das ganze Auto?".

Zumindest der Wettbewerb um das Umsatzvolumen im Markt für Pkw-Komponenten, so die Experten von TNS Infratest, werde sich in den kommenden Jahren noch mehr in das Internet verlagern.

"Im Gegensatz zum Reifenmarkt befinden sich die B2C Webshops für Autoteile mit weniger als einem Prozent Marktanteil in Europa noch in der Startphase", so Helmut Wolk, Geschäftsführer bei wolk after sales experts, in einer Branchenstudie. Die Online-Zukunft gehöre hier eindeutig Portalen wie www.FairGarage.de oder www.Werkstatt.Autoscout24.de

Das bleibt nicht ohne Folgen für das Servicegeschäft der klassischen Autohändler. Da bricht nicht nur Umsatz weg, sondern auch ein Kontaktpunkt für die Anbahnung von Neugeschäft im Autoverkauf. Die Autobauer müssen als reagieren.