Umsatzrekorde und kein Ende: Das E-Commerce-Geschäft hat in Deutschland 2012 abermals kräftig zugelegt. Der Umsatz stieg um über 27 Prozent auf nun 27,6 Milliarden Euro. Damit steht der E-Commerce mittlerweile für rund 70 Prozent des gesamten Umsatzes des Versandhandels. Dieser ist im vergangenen Jahr um 15,6 Prozent auf nun 39,3 Milliarden Euro gewachsen. Dies geht aus der Studie „Interaktiver Handel in Deutschland 2012“ hervor, die der BVH am heutigen Dienstag in Hamburg vorgestellt hat. Für die Studie befragte TNS Infratest rund 30.000 Privatpersonen ab 14 Jahren zu ihrem Ausgabeverhalten im Online- und Versandhandel und zu ihrem Konsum von digitalen Gütern.

„Neben steigender Kauffrequenz und wachsenden Warenwerten ist es vor allem die zunehmende Zahl von Käufern, die die Basis für dieses phantastische Ergebnis schaffen“, erklärt Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des BVH. Den größeren finanziellen Beitrag leisten im interaktiven Handel mit einem Umsatzanteil von 55 Prozent die Frauen.

Die drei großen Gewinner des Jahres 2012 sind laut BVH die Internet-Pure-Player: Sie legten beim Wachstum um satte 40 Prozent zu. Die Stationärhändler, die zusätzlich im Netz oder per Katalog sind, verbuchten ebenfalls ein überdurchschnittliches Plus von 22 Prozent. Die Teleshopping-Versender dagegen profitieren vom positiven Gesamttrend mit einem Zuwachs von 7 Prozent weniger stark.


Ein Blick auf die beliebtesten Bestellwege für Waren zeigt: Die Nutzung des mobilen Internets, also M-Commerce, steigt, so dass der Umsatzanteil von 3,8 auf 5,1 Prozent geklettert ist - allerdings ist das noch nicht der große Durchbruch, den viele Experten erwarten. Das stationäre Internet wird ebenfalls als Kanal noch wichtiger, während vor allem telefonisch und per Brief oder Postkarte nicht mehr so viel geordert wird.

Die meisten Kunden im interaktiven Handel informieren sich auf der Internetseite des Händlers (59 Prozent), wichtig für die Produktsuche sind aber auch Suchmaschinen (35 Prozent), nach wie vor Kataloge (30 Prozent) und die Online-Seiten von konkurrierenden Händlern (21 Prozent).


Größter Umsatzbringer ist nach wie vor die Warengruppe Bekleidung: Hier stieg der Umsatz um 11 Prozent auf insgesamt 10,8 Milliarden Euro. Es folgen Unterhaltungselektronik und Elektronikartikel mit einem Plus von 25 Prozent (4,1 Milliarden Euro). Um 10 Prozent legte der Buchmarkt zu, der mit einem Umsatz von 2,6 Milliarden Euro an dritter Stelle rangiert. 

Wichtigste Bezahlart bleibt auch 2012 der Kauf auf Rechnung. Der Anteil der Kunden, die auf diesem raditionellen Weg zahlen, sank aber von 42 auf 37 Prozent - was den Händlern gut gefallen dürfte, gehen sie doch beim Kauf auf Rechnung nicht selten ein Risiko ein. Dagegen legten die digitalen Bezahlwege um 13 Prozent zu und machen nun 17 Prozent aller Beazhlungen aus. "Für Händler und Kunden ist diese zukunftsweisende Form eine schnelle und sichere Form der Bezahlung", so Wenk-Fischer, wobei die Betonung sicherlich auf "Händler" liegt.

Und wie geht's weiter? Der BVH schätzt das Wachstum im gesamten interaktiven Handel in diesem Jahr auf 10,6 Prozent, was einer Summe von 43,5 Milliarden Euro entsprechen würde. Das E-Commerce-Volumen soll um 21,3 Prozent auf nun 33,5 Milliarden ansteigen. "Die Prognose der Umsatzzahlen basiert auf den Ergebnissen der vergangenen fünf Jahre und der aktuellen Entwicklung", sagt Thomas Lipke, Präsident des BVH. "Zusätzlich wurden durch Händlerbefragung gewonnene Erwartungshaltungen in der Hochrechnung für 2013 berücksichtigt."

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