Otto sucht über 500 Mitarbeiter in IT und E-Commerce schlagzeilte etailment im März. Derzeit zeigt das Jobportal 176 offene Stellen an.

Doch nicht nur der Versandriese sucht händeringend nach Mitarbeitern. In der gesamten Branche der interaktiven Händler fehlt es an Fachkräften. 70 Prozent aller Unternehmen beklagen einen Fachkräftemangel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Händlerbefragung des Bundesverband des Deutschen Versandhandels, bvh.

Der Hälfte aller befragten Unternehmen (49,35 Prozent) fehlen derzeit 1 bis 10 Mitarbeiter. Bei 9,1 Prozent der Interaktiven Händler sind es aktuell 11-20 Stellen und bei 12,9 Prozent sind es sogar mehr als 20 Stellen.

"Dieser Zustand bedroht Wachstumspotentiale und könnte langfristig dazu führen, dass die deutschen Händler einen Wettbewerbsnachteil gegenüber der ausländischen Konkurrenz erfahren", warnt Sprecherin Christin Schmidt.

Doch trotz der Lücken setzen die Händler lieber auf nachhaltige Personalentwicklung. 65,9 Prozent der interaktiven Händler beschäftigen weniger als 5 Prozent an Zeitarbeitskräften. 15,9 Prozent der befragten Firmen haben bei ihren Mitarbeitern eine Zeitarbeiterquote von 6 bis 10 Prozent.

Gleichzeitig steigt der Personalbedarf deutlich. 66,3 Prozent der interaktiven Händler verzeichneten 2011 eine steigende Personalentwicklung.  Für das erste Quartal 2012 ist ein ähnlicher Trend zu verzeichnen. Bei 39,3 Prozent stieg die Beschäftigtenzahl und bei 47,2 Prozent blieb das Angestelltenniveau stabil. Auch die Personalplanungen der Unternehmen für das gesamte Jahr 2012 zeichnen ein positives Bild. 51,1 Prozent der befragten Unternehmen werden ihren Personalbestand aufstocken und 36,4 Prozent werden den aktuellen Personalbestand beibehalten.

Knapp jeder dritte Interaktive Händler hat im Jahr 2011 neue Abteilungen in das Unternehmen eingegliedert. Die Neuschaffungen konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Social Media mit 40 Prozent, Qualitätsmanagement mit 20 Prozent und Kundenservice mit 13,3 Prozent.