Da hätte man mehr etwas erwartet, doch Kaufleute neigen (außer in der Werbung) nicht zu Übertreibungen. Eine Schulnote von 2,2 ergeben im Durchschnitt die Bewertungen der interaktiven Händler für das Geschäftsklima. 71 Prozent beurteilen die Aussicht für die kommenden 12 Monaten als sehr gut und gut, 27 Prozent als befriedigend bis ausreichend.

Besonders zuversichtlich sind dabei die Anbieter im Segment Technik (80 Prozent) und Freizeit (76 Prozent). Im Bekleidungsmarkt gehen dagegen 68 Prozent von einer sehr guten/guten Entwicklung aus.  

Die Investitionsbereitschaft der interaktiven Händler liegt unterdessen über dem Bundesdurchschnitt. Auch Social Media gewinnt weiter an Relevanz.  Zu diesem Ergebnis kommt die B2C-Händlerstudie „Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2011/2012“ des Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und Creditreform Boniversum.

Die Versender bewegen sich mit 81 Prozent Investitionsbereitschaft im ersten Quartal 2012 auf sehr hohem Niveau. Im Vergleich dazu hatten in der deutschen Gesamtwirtschaft lediglich 51 Prozent angegeben, in den kommenden Monaten Investitionen tätigen zu wollen. Bei den Investionen stehen bei den Online-Händlern vor allem Innovationen und Kapazitätserweiterungen hoch im Kurs. 

Und dazu zählt auch Social Media. 

Mittlerweile setzen zwei von drei Unternehmen Social Media ein, um die Beziehung zum Kunden zu vertiefen und einen Austausch zu ermöglichen. Mit 73 Prozent lässt sich eine überdurchschnittliche Nutzung bei technisch-orientierten Versendern und mit 75 Prozent bei Versendern von Bekleidung erkennen.

Unternehmen, die Social Media nutzen, weisen weiterhin eine große Investitionsneigung auf und sind auch bereit in den Bereich Social Commerce zu investieren. Aktuell nutzt schon jedes vierte Unternehmen Social Commerce, Tendenz steigend. „Von den mittlerweile 65 Prozent der Social-Media-aktiven Unternehmen denkt über die Hälfte darüber nach, welche Erweiterung der Social Media Instrumente praktikabel ist“, so Wenk-Fischer, bvh-Hauptgeschäftsführer.

Kernmotivation für den Einsatz von Social Media ist für die Unternehmen dabei die Steigerung der Bekanntheit (37 Prozent), gerade einmal 10 Prozent geht es um dem Umsatz. 18 Prozent sagen indes, dass Social Media auch zur Umsatzsteigerung beiträgt und trauen diesen Effekt zudem mehrheitlich Facebook zu. Erschreckend angesichts eines Dialogkanals: Nur für 4 Prozent spielt der Kundensupport eine Rolle.