Während der Wettbewerb in Deutschland noch wenig ausgeprägt ist und viele Konsumenten "Abholstellen für Pakete" oft nur mit den Packstationen von DHL verbinden, zeichnet sich in den USA bereits ein Wettkampf um diese Services ab. "Click&Collect" ist das Gebot der Stunde: Wer kann seine Paketboxen wo aufstellen und wer gewinnt welche Shops als Partner?

Nachdem Amazon mit seinen "Lockers" in die Offensive gegangen ist, fürchten sich Wettbewerber, wie zum Beispiel der kanadische Anbieter von Paketautomaten BufferBox, vor einem Verdrängungswettbewerb, den sie nicht gewinnen können. Zum einen bietet Amazon seine Abhol-Option kostenlos an, zum anderen verfügt der Retailer über die Marktmacht, sich die besten Standorte für Abholautomaten sichern zu können.

Ähnliche Sorgen treiben auch Anbieter wie ShopRunner um, die befürchten, dass ihnen die Handelsriesen irgendwann in Eigenregie die attraktivsten Einzelhändler streitig machen könnten. Wer die besten Spots als Aufstellorte oder Partner-Shops für sich gewinnt, profitiert dabei schließlich nicht nur von den erheblichen Kostenvorteilen auf der "letzten Meile" des Transportprozesses, sondern schadet gleichermaßen den Wettbewerbern: "Wo ich schon bin, da kannst du nicht sein!"

"Click&Collect" entwickelt sich dabei immer mehr von einem Nebenkriegschauplatz zu einer strategisch wichtigen Maßnahme im Kampf um die Kundengunst. Da auch in Deutschland die Nachfrage nach einer Zustellung an Packstationen steigt, wird es nicht mehr lange dauern, bis sich auch hierzulande vermehrt Abholautomaten und Partnershop-Systeme finden lassen. Man darf gespannt sein, welcher Retailer oder welcher Transportdienstleister sich hier zukünftig profilieren kann und attraktive Spots wie zum Beispiel 24h-Tankstellen verstärkt mit Abholautomaten ausstatten wird.

Grafik: Statista