Der Mode-Einkauf ist auch nicht mehr das, was er einmal war. Mit Konzepten wie Curated Shopping wird der Kunde im Web an die Hand genommen. Weniger Mühe und weniger Zeitaufwand bei Auswahl und Entscheidung ist das Ziel.  Shopping-Muffel sollen so online angesprochen werden.

In den USA hat unter anderem der Trunkclub bereits millionenschwere Unterstützung von Venture Capital-Beteiligungen erhalten.

Hierzulande will unter anderem Corinna Powalla mit Modomoto den Männern die Last zur Lust machen. Motto: Gut gekleidet ohne Shopping. Nach einem Styling-Test bekommen die Männer eine Fashion-Auswahl  zugeschickt. Behalten wird, was gefällt.

Im Interview erklärt Corinna Powalla, wer dafür die Zielgruppe ist, und was passiert, wenn die Lieblingsmarke nicht im Sortiment ist.

Was veranlasst Sie, den Männern beim Mode-Einkauf zu helfen?

Ich komme aus dem E-Commerce-Bereich. Ich war eineinhalb Jahre bei Mister Spex, habe mich dort um Online-Marketing und Business Intelligence gekümmert und bin immer mit offenen Augen durch die Welt gegangen. Dann habe ich gesehen, dass die Kombination aus Curated Shopping und Männer zusammen passt wie die Faust auf Auge. 

Männer haben das also nötig?

Männer sind vielfach extrem beschäftigt. Die Freizeit ist knapp. Kleidung einkaufen ist nicht gerade ihr größtes Hobby. Von dieser Last will Modomoto die Männer befreien. 

Wer ist die Zielgruppe?

Wir peilen Männer ab 28 Jahren mit überdurchschnittlich hohem Einkommen an, die sehr service- und qualitätsorientiert sind.

Und die Ankleidehilfe kommt dann zu mir nach Hause?

Nein. Die Kunden registrieren sich auf unserer Website, füllen eine Fragebogen aus, dann bespricht ein Stylist mit dem Kunden am Telefon die weitere Auswahl. Die direkte Beziehung zum Kunden ist uns nämlich sehr wichtig. Beim Telefonat fragen wir unter anderem nach bevorzugten Marken, Vorlieben und Dingen, die der Kunde gar nicht mag. 

Die Ware – in der Regel zwei bis drei Outfits - wird nach Hause geliefert. Dort kann man sie anprobieren. Der Kunde behält nur, was ihm gefällt. Erst dann gibt es die Rechnung. Der Rückversand ist kostenlos.

Klingt nach horrenden Retourenkosten?

Da wir zwei bis drei Outfits versenden, rechnen wir immer mit einer Retoure. Das ist einkalkuliert. Aber durch den direkten Kontakt zum Kunden und die Kenntnis seiner Vorlieben, können wir die Retouren deutlich minimieren.  

Und wenn die Lieblingsmarke nicht im Sortiment ist?

Dann versuchen wir dem Kunden ein qualitativ gleichwertiges Angebot zu machen, dass auch im Markenimage ähnlich ist. Viele Kunden freuen sich auch, wenn sie etwas Neues kennen lernen.   

Können Sie schon konkrete Zahlen nennen?

Wir haben einen regen Kundenansturm. Aber konkrete Zahlen kann ich so kurz nach dem Launch im Dezember noch nicht nennen.   

Wie sieht die weitere Finanzierung aus? 

Wir sind mit weiteren Kapitalgebern im Gespräch. 

Macht es die Gespräche leichter, dass Curated-Shopping–Lösungen wie  Trunkclub bereits auf dem Markt sind?

Sicherlich verbessert sich dadurch das grundsätzliche Verständnis. Am Ende aber zählt immer die eigene Idee und die eigene Leistung. Wir unterscheiden uns zudem deutlich von den anderen Systemen.