Business Coupon richtet sich vor allem an kleine Unternehmen

Das Thema Couponing lockt - trotz zahlreicher "bad news" - nach wie vor neue Unternehmen auf den Plan. Am heutigen Mittwoch ist Business Coupon gestartet, ein Heidelberger Startup. Das Konzept: Das Thema Couponing wird auf den B2B-Bereich übertragen. Auf dem Portal haben Unternehmen die Möglichkeiten, von Rabatten bei Geschäftseinkäufen zu profitieren. "Das Angebot richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen sowie an Freelancer", erklärt Gründer Jonathan Kirsch gegenüber etailment. Zum Start sind im Angebot unter anderem Confiserie-Pralinen als Geschenk für Firmenkunden, Telefonkonferenz-Software, individuelle Ansagen für die Mailbox sowie Fotolizenzen. Die Preise sind bis zu 60 Prozent reduziert.

Gemeinsam mit seinem Kompagnon Siegmund Mioduszewski hat Kirsch bereis 170 Partner an Bord geholt. "Im ersten Schritt bieten wir Coupons für Produkte an, die unspezifisch für das Gros der Unternehmen interessant sind", so Kirsch. "Später werden wir auch gezielt einzelne Branchen ansprechen."

Die Nutzer beziehen die Gutscheine über das Portal und lösen sie anschließend direkt beim Anbieter ein. Danach reichen die Anbieter die Coupons bei Business Coupon ein und werden ausgezahlt. Nur im Erfolgsfall erfolgt die Gewinnausschüttung an den Anbieter. Diesem entstehen erst beim tatsächlichen Verkauf des Gutscheins Kosten. "Damit bieten wir dem B2B-Sektor einen neuen Mechanismus, mit dem sich ohne großen Aufwand neue Kunden gewinnen lassen", so Kirsch.

Bownty tritt als Aggregator auf

Bündelt Deals von über 100 Partnern: Bownty

Aktiv werden auch Anbieter, die nicht selbst als Rabattportal auftreten, sondern sich mit sekundären Geschäftsmodellen profitieren wollen – etwa das 2011 gegründete dänische Startup Bownty, das kürzlich auch in Deutschland gestartet ist. Bownty arbeitet als Aggregator von Deal-Angeboten. Unter dem Motto „Nie wieder einen guten Deal verpassen!“ sammelt die Website Deals von über 100 Anbietern. „In einem Jahr werden wir hoffentlich eine Million Nutzer haben und in allen großen europäischen Ländern vertreten sein“, sagen die Bownty-Strategen im Interview mit Gründerszene. „Unser Ziel ist dabei, Bownty als europäisches Produkt zu etablieren und der führende Deal-Aggregator in Europa zu werden.“


ZenDeals garantiert Einlösbarkeit

In den USA hat gerade ZenDeals seine Betaphase beendet und nimmt 18 Monate nach dem Start den Regelbetrieb auf. Das von Innovation Endeavors (von Eric Schmidt gegründet) sowie von Facebook- und Zynga-Managern finanzierte Startup setzt laut TheNextWeb beim Problem an, dass viele Onlinenutzer auf Coupons stoßen, die sich aus irgendwelchen Gründen nicht oder nicht mehr einlösen lassen. Um dies zu verhindern, hat ZenDeals einen Algorithmus entwickelt, der die Prüfung eines jeden Coupons automatisch vornimmt. Was man also auf ZenDeals findet, das funktioniert wirklich. Für seine Dienste kassiert ZenDeals eine Provision von den bereits rund 10.000 Partnershops, die sich dem System angeschlossen haben.

Begeisterung für digitale Coupons steigt noch weiter

Alle Couponing-Portale haben Rückenwind von Nutzerseite, denn digitale Gutscheine erfreuen sich großer Beliebtheit. Bereits 9 Millionen deutsche Verbraucher haben Rabattgutscheine von Online-Portalen eingesetzt, wie eine repräsentative Umfrage von BITKOM unter 1.063 Internetnutzern ergeben hat. Besonders begeistert sind die Jüngeren: Fast jeder Dritte aus der Gruppe der 14- bis 29-Jährigen zählt bereits zu den Nutzern.

Glaubt man Studien aus den USA, steigt das Potenzial auch noch weiter. Die Ausgaben für Deals sollen in den USA bis 2015 von 2 Milliarden auf 4 Milliarden Dollar in 2015 steigen, so eine Prognose von BIA/Kelsey. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist die Verwendung digitaler Coupons bereits um 30,5 Prozent gestiegen.

Dabei spielt die Musik zunehmend auf mobilen Endgeräten. Die Nutzung mobiler Coupons hat sich in den USA bereits in diesem Jahr mehr als verdoppelt. Laut einer weiteren Studie soll die Zielgruppe der Verwender 2013 um 30 Prozent wachsen.

Rabattportale erweitern ihr Geschäftsmodell

Trotz des hohen Zuspruchs von Nutzerseite: Die Anbieter von Coupon- und Rabattportalen haben mit großen Problemen zu kämpfen. Immer mehr Unternehmenspartner sind enttäuscht, weil sich das Modell für sie wider Erwarten doch nicht lohnt.  Groupon hat bekanntlich drastische Börsenkurs-Probleme, Living Social musste bereits in großem Stil Mitarbeiter entlassen - Amazon hat bereits den allergrößten Teil seiner Investitionen abgeschrieben. Die meisten Player suchen deshalb nach Möglichkeiten, ihr Geschäftsmodell zu erweitern.

DailyDeal-Markenshop: Mehr Spielraum für die Partner

In Deutschland hat kürzlich DailyDeal ein entsprechendes Konzept gestartet: Markenpartner können auf dem Portal nun eigene Shops eröffnen, auf denen sie nicht nur spezielle Deals, sondern auch andere Angebote platzieren können. Die Partner können nun "ihre Produkte in eigenen, individuell gestaltbaren Bereichen unseres Portals präsentieren und profitieren von der Möglichkeit zum Multi-Channel-Vertrieb", erklärt Gründer Fabian Heilemann gegenüber etailment. "Unternehmen können Neukunden für ihren Online-Shop gewinnen oder dazu animieren, Waren online vorzubestellen und im Geschäft abzuholen." 

Heilemann legt Wert darauf, dass dies keine Reaktion auf etwaige Probleme des Unternehmens sei - im Herbst gab es bei der Google-Tochter Entlassungen und interne Umstrukturierungen: "Unser Kerngeschäft, die Vermarktung von Rabattgutscheinen, entwickelt sich unverändert gut", betont er gegenüber etailment. "Immer mehr Unternehmen gewinnen Neukunden mit Gutscheinen." Daher entwickle sich DailyDeal "weiterhin positiv". Das Portal habe in den ersten drei Quartalen 1,4 Millionen Gutscheine im Gesamtwert von 71 Millionen Euro verkauft und zahlreiche neue Werbepartner gewonnen. 

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