Die englische Buchhandelskette Waterstones verkauft laut einer kürzlichen Meldung beim Guardian künftig Kindle E-Reader und bietet dazu freien WLAN-Zugang in seinen Buchhandlungen an. Kunden können dann im Geschäft zwischen dem physischen Buch oder dem Download bei Amazon wählen. Darüber hinaus wird Waterstones Cafés in seinen Buchhandlungen eröffnen. 

Waterstones betreibt fast 300 Buchhandlungen mit durchschnittlich jeweils etwa 30.000 Büchern. Die größte Waterstones Buchhandlung hat knapp 200.000 Titel im Programm. Seit Mai 2011 gehört Waterstones laut BBC zu einem Fond des russischen Milliardärs Alexander Mamut. Der Kaufpreis betrug laut Daily Mail 53 Millionen Pfund.

Waterstones Geschäftsführer James Daunt, seit der Übernahme im Amt und zuvor Betreiber von sechs Buchhandlungen in London, sieht darin die passende Anwort auf die "digitale Frage", die sich dem Bucheinzelhandel stellt. Aus Sicht von James Daunt sind die Kindle Reader die besten Geräte. Waterstones habe nicht die Ressourcen, seine eigenen Devices zu entwicklen. Dieser Schritt geschieht zudem aus der Ansicht heraus, das E-Reader nur eine Ergänzung physischer Bücher seien und sie auf keine Weise das Bücherregal daheim ersetzen könnten.

Tom Hillenbrand sieht das vermutlich etwas anders - er hat gerade erst zehn steile Thesen zum eBook auf seinem Blog veröffentlicht, u.a. diese: "die Buchläden werden (fast alle) sterben" und "alle Bereiche des Buchmarkts werden digital".

In der Waterstones-Pressemeldung zum mutigen Versuch, wird Jeff Bezos übrigens wie folgt zitiert: "Waterstones is the premier high street bookseller and is passionate about books and readers - a dedication that we share deeply. We could never hope for a better partner to bring together digital reading and the physical bookstore."

Der Guardian schrieb zudem, das noch in diesem Jahr etwa 100 der Buchhandlungen überholt werden sollen und es "digitale areas" geben wird - vergleichbar mit Apple Stores. Details werden im Herbst diesen Jahres bekannt gegeben.

Jetzt fehlt nur noch im nächsten Schritt, das bald ein großer Mode-Einzelhändler ankündigt, seinen Kunden in den Ladengeschäften künftig Tablet-PCs auszuhändigen und sie gleichzeitig dazu ermuntert, in den neuen Kaffee-Sitzecken bei Zalando einzukaufen - weil sich das so schön ergänzt.