Zweistelliges Umsatzplus, 64 Neueröffnungen, Onlineshop in der Testphase: Es läuft gut für dm. Ab morgen hat der Drogeriemarktbetreiber auch noch eigene Bio-Lebensmittel im Regal.

Die guten Zahlen setzen selbst den Chef in Erstaunen: Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 erwirtschaftete dm-Drogeriemarkt in Deutschland einen Umsatz von 3,481 Milliarden
Euro – das entspricht einem Umsatzplus von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum: "Wir haben deutlich zurückhaltender geplant und sind von der positiven Entwicklung durchaus überrascht", sagte Erich Harsch, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung, bei der Vorstellung der Zahlen. "Seit Geschäftsjahresbeginn haben wir 64 neue Märkte eröffnet und sind unserem Ziel, jedem Menschen in Deutschland einen dm-Markt in erreichbarer Nähe bieten zu können, wieder ein kleines Stück näher gekommen."

Konzernweit erreichte das Unternehmen demnach in den insgesamt 12 europäischen Ländern einen Halbjahresumsatz von 4,476 Milliarden Euro. Damit betrug das Plus 384 Millionen Euro oder 9,4 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum. "Nun rückt die 7-Milliarden-Euro-Grenze für dm in Deutschland und die 9-Milliarden-Euro-Grenze für Europa in greifbare Nähe", zeigte sich Harsch optimistisch. Denn im Kalenderjahr 2014 habe dm bereits 6,5 Milliarden Euro Gesamtumsatz in Deutschland und 8,5 Milliarden Euro in Europa erreicht. "Mit diesen Werten sind wir sehr zufrieden", sagte er.

dm-Onlineshop in der Testphase

Die positive Entwicklung im stationären Handel will der Drogeriemarktbetreiber noch im laufenden Geschäftsjahr um einen Onlineshop ergänzen. "Wir setzen langfristig auf Multichannel", erläuterte Erich Harsch. Diese Strategie ist vergleichsweise neu: Zwar machte der Filialist erste Online-Gehversuche auf dem Marktplatz des weltgrößten Onlinehändlers Amazon. Aber lange gab sich dm bei Nachfragen nach dem Thema Webshop eher zurückhaltend.

Wie dem auch sei: "Mit unserem Onlineshop möchten wir unsere Kunden in eine neue Art von dm-Markt einladen, in dem sie sowohl die Produkte aus unseren Märkten vorfinden als auch die ihnen bekannten Serviceleistungen und Beratungskompetenz erleben können", führte Harsch aus. Das Konzept sieht vor, dass der Webshop in die bestehende Website und die dm-Welt integriert werden soll "und nicht als reine Onlinekaufoption neben unseren dm-Märkten existiert", wie es der Vorsitzende der dm-Geschäftsführung ausdrückte.

So sollen die Konsumenten die Möglichkeit haben, zwischen Online- und stationärem Einkauf zu wählen und bei Bedarf eine persönliche Beratung durch die Mitarbeiter in den Märkten und im ServiceCenter in Anspruch zu nehmen. Die Bestellungen innerhalb Deutschlands können sich dm-Kunden mit DHL und Hermes nach Hause, zu DHL-Packstationen und in Hermes-Paketshops sowie in jeden dm-Markt liefern lassen. "Wir werden das Onlinegeschäft nicht über das stationäre Geschäft subventionieren. Solche Subventionen gehen genauso zu Lasten der Kunden wie zu hohe Gewinne", stellte Erich Harsch klar. "Deshalb werden wir Gebühren für die Lieferung berechnen."

dm Bio – die 25. dm-Eigenmarke

Um der steigenden Nachfrage nach gesunden und nachhaltig produzierten Lebensmitteln in
Bio-Qualität gerecht zu werden, führt dm-Drogeriemarkt zudem morgen, am 16. April, mit dm Bio seine erste Eigenmarke im Bereich Bio-Lebensmittel und gleichzeitig seine 25. dm-Marke ein. Bislang verkaufte der Drogerie-Filialist Lebensmittel des Biohändlers und -herstellers Alnatura, die auch weiter im Sortiment bleiben. Gleichwohl wird dm dem Partner damit wohl Marktanteile und Umsatz wegnehmen.

"Durch den direkten Kontakt mit den Rohstofflieferanten und den Herstellern bietet sich uns die Möglichkeit, die Produkte stärker mitzugestalten und viel schneller auf die Wünsche und Bedürfnisse unserer Kunden zu reagieren", erläuterte Harsch. Zum Start von dm Bio werde ein Basissortiment aus knapp 50 Lebensmitteln und Getränken angeboten, das zügig ausgebaut und weiterentwickelt wird.