Nach dem Zusammenbruch des Schleckerimperiums wird der Drogeriemarkt neu geordnet. So kündigt dm-Drogeriemarkt eine Expansionsoffensive an - und will dabei ehemalige IhrPlatz-Standorte übernehmen.

Die Drogeriemarktkette dm will bis zu 80 Märkte der insolventen Schleckertochter IhrPlatz übernehmen. "Logistisch ließen sich die Märkte sofort integrieren, eine Umstellung auf unser Ladenbild könnten wir zeitnah vollziehen," erklärte dm-Chef Erich Harsch am Montag in einer Mitteilung des Karlsruher Unternehmens. Man sei an 60 bis 80 IhrPlatz-Filialen interessiert.

Am vergangenen Freitag hatte sich der Münchner Investor Dubag zurückgezogen, der IhrPlatz sowie die Schlecker XL-Märkte hatte übernehmen wollen.

Der Drogeriemarktführer dm will in diesem Jahr mächtig wachsen. Bis zum Ende 2012 sind 130 Neueröffnungen geplant, teilt die Drogeriekette mit. "Rechnet man die durch Umzüge in bessere Lagen bedingten Schließungen ab, verbleibt ein Nettozuwachs von mehr als 100 Märkten gegenüber dem Vorjahr in Deutschland", heißt es in einer Mitteilung.

Das Beispiel Schlecker sei der falsche Weg

Das Unternehmen wolle rund 30 Märkte in Immobilien in unmittelbarer Nähe der bisherigen Standorte umsiedeln. "Wenn möglich, erweitern und modernisieren wir bestehende Märkte. Insgesamt investieren wir im laufenden Jahr mehr als 100 Millionen Euro in die Expansion", sagte Erich Harsch.

Das Beispiel Schlecker zeige, dass Sparen und Gewinnmaximierung der falsche Weg zum Erfolg seien. Dm will stattdessen kontinuierlich investieren und organisch wachsen.

Die Bilanz spricht für die Karlsruher Kette. Im Mai erzielte dm ein Umsatzplus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Damit sei dieser Monat der beste in der 40jährigen Unternehmensgeschichte gewesen. Zahlen nannte das Unternehmen freilich nicht.