In der Branche ist dm-Drogeriemarkt zwar die Nummer eins, doch im Onlinehandel gibt es noch Nachholbedarf. Das soll sich ändern. Freilich unterwerfen sich die Karlsruher nicht branchenüblichen Gepflogenheiten.

Die Drogeriemarkt-Kette dm-Drogeriemarkt geht online. Wie der deutsche Branchenführer an diesem  Dienstag mitteilte, will das Unternehmen im Frühsommer einen eigenen Onlineshop starten. Den Kunden werde damit künftig "nahezu das gesamte Sortiment" der über 1.600 deutschen dm-Märkte auch im Netz zur Verfügung stehen, hieß es weiter.

Vor knapp zwei Jahren hatte dm sich versuchsweise bei Amazon mit einem Onlineshop präsentiert, sich dann aber wieder zurückgezogen. Seitdem gab es in dem Unternehmen immer wieder Überlegungen, sich online eigenständig aufzustellen.

Kein kostenloser Versand

Also Logistikpartner hat dm DHL und Hermes gewonnen, die die Kunden daheim beliefern oder die Sendungen bei Paketstationen oder Paketshops abgeben. Darüber hinaus ist ein Versand in jede dm-Filiale möglich, teilt das Unternehmen mit. Die Lieferzeit werde zwei bis drei Werktage betragen, heißt es weiter.

Für die Kunden fallen Portogebühren an. "Gerade weil wir weiterhin der günstigste Anbieter für Drogeriewaren am Markt sein möchten, haben wir uns entschieden, für die Lieferung Versandkosten zu erheben. Die Kunden, die in unseren Märkten einkaufen, sollen nicht über erhöhte Preise die Versandkosten des Onlineshops mittragen müssen", erläutert dm-Geschäftsführer Erich Harsch.

Über die Höhe der Investitionen für das neue Online-Engagement wurde nichts mitgeteilt. Mit dem Schritt ist dm spät dran: Konkurrent Rossmann ist seit langem online vertreten; ebenso wie die Drogerieketten Müller und Budnikowsky. Der Karlsruher dm-Konzern erwirtschaftete in Deutschland im abgelaufenen Geschäftsjahr rund 6,4 Milliarden Euro Umsatz.