Rekordumsatz hinter sich, Rekordinvestitionen vor sich: dm-drogerie markt erfreut sich zum 40. Geburtstag bester Gesundheit. Der Drogeriehändler will weiter wachsen.

Wieder einmal lief das Jahr für dm-drogerie markt ausgesprochen gut: In Europa erreichte das Karlsruher Handelsunternehmen, das in diesem Jahr seinen 40. Geburtstag feiert, mit 7,69 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2012/2013 (Stichtag 30. September) einmal mehr einen Rekordumsatz. "Damit haben wir im zurückliegenden Geschäftsjahr zum dritten Mal in Folge mit einem Wachstum abgeschlossen, das deutlich im zweistelligen Prozentbereich liegt", erläuterte Roman Melcher, verantwortlicher Geschäftsführer für die Informationstechnologie, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt.

In Deutschland stieg demnach der Umsatz der Drogeriehandelskette um 14,3 Prozent auf rund 5,85 Milliarden Euro; auf bestehender Fläche lag das Plus bei 7,5 Prozent. Im Ausland - dm ist in Österreich und 11 südosteuropäischen Ländern aktiv - stieg der Umsatz um 5 Prozent auf 1,85 Milliarden Euro. "Entsprechend schnell wächst die Zahl der Mitarbeiter", so Melcher. Am Ende des Geschäftsjahres waren in Europa 49.314 Menschen in 2.893 dm-Märkten für das Unternehmen tätig.

Die Zahl der Mitarbeiter in Deutschland lag bei 33.893.  Den Beschäftigten winkt ein finanzieller Bonus als Belohnung für ihren Anteil am guten Geschäftsjahr. Das Unternehmen schüttet eine Jahresüberschusszahlung von etwas über 13 Millionen Euro aus, so viel wie noch nie. Zum Ausbildungsstart 2014 stellt der Drogeriehändler rund 1.600 Lehrlinge neu ein.

Rekordinvestitionen geplant

Für das laufende Geschäftsjahr plant dm in Deutschland die Rekordinvestitionssumme von mehr als 230 Millionen Euro: "Das ist mit Abstand das größte Investitionsvolumen für ein einzelnes Geschäftsjahr in der Unternehmensgeschichte", berichtete Melcher. Der Großteil der Summe, rund 180 Millionen Euro, soll in die Erweiterung des Filialnetzes fließen.

Auch der Neubau der Zentrale in Karlsruhe mache einen beträchtlichen Teil aus. "Ein weiterer Investitionsschwerpunkt wird der Ausbau der Informationstechnologie sein", sagte der IT-Vorstand, ohne allerdings konkrete Projekte zu nennen. Die Investitionen in Europa für das Geschäftsjahr 2013/2014 erreichen demzufolge mit mehr als 305 Millionen Euro ebenfalls Rekordniveau.

Expansion treibt Wachstum

Das Umsatzplus von dm im abgelaufenen Geschäftsjahr ging einher mit einer deutlich über Plan liegenden Expansion, wie Melcher berichtete: "Allein in Deutschland eröffneten wir 154 neue Märkte. Wenn man Filialschließungen und Umzüge berücksichtigt, betrug der Nettozuwachs 135 Märkte, das sind rund 40 mehr als in unserer ursprünglichen Prognose." Im gerade angelaufenen Geschäftsjahr plant dm rund 170 Neueröffnungen, was einem Nettozuwachs von rund 150 dm-Märkten entspricht.

Rund 1,6 Millionen Menschen kaufen täglich in einem der 1.480 dm-Märkte in Deutschland ein. "Damit  ist dm unangefochtener Spitzenreiter bei den Marktanteilen für drogistische Produkte", sagte dm-Marketingvorstand Christoph Werner. Erste Zahlen von 2013 deuteten darauf hin, dass dm im Drogeriehandel aktuell einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent hat. 2012 lag er noch bei 18,5 Prozent, wohingegen beim Zweitplatzierten Aldi der Marktanteil auf 11,7 Prozent zurückgegangen sei. Platz drei hinter Aldi belegt demnach Rossmann mit rund 10,9 Prozent, gefolgt vom SB-Warenhaus Kaufland mit 10,2 Prozent und dem Lebensmittelhändler Edeka mit 9,3 Prozent.

Dass dm seinen Marktanteil durch die Schlecker-Pleite ausbauen konnte, verhehlte Werner nicht. Er wunderte sich aber auch nicht, dass die Lebensmittelhändler weniger von der Insolvenz der Drogeriekette profitiert haben, als Experten prognostiziert hatten: "Attraktive Sortimente zu gestalten ist nun mal nicht so einfach", so der dm-Manager.

E-Commerce-Experiment gescheitert

Das Internet ist unterdessen für dm derzeit kein Thema mehr. "Die Zusammenarbeit mit Amazon hat uns nicht darin bestärkt, dass wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt große Online-Umsätze erwarten können", so Melcher. Im August 2011 hatte der Onlinehändler Amazon rund 1.700 Produkte der dm-Eigenmarken angeboten, rund zwei Jahre später schloss der dm-Shop wieder.

"Obwohl die Produkte bundesweit angeboten wurden erreichte die Nachfrage nicht das Niveau einer normalen Filiale mit eingeschränktem Einzugsgebiet", erläuterte Melcher. "Wenn wir irgendwann das Gefühl haben, die Kunden wollen online bestellen und wir können es darstellen, dann machen wir es. Aber das war bei Amazon nun mal nicht der Fall."