Es sind spannende Wochen für die deutschen Drogeriemarktbetreiber: Während dm und Rossmann mit guten Umsatzzahlen glänzen, bleibt das Schicksal von Schlecker weiter ungewiss.

Der Drogeriemarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Schlecker war lange Marktführer, doch seine Probleme ließen die Konkurrenten dm und Rossmann immer näher kommen. Nach der Schlecker-Pleite werden die Karten jetzt neu gemischt. Ein Überblick:

dm ist nun Branchenprimus

Die Karlsruher Kette dm Drogeriemarkt steht nunmehr an der Drogeriemarkt-Spitze. Die Höhe ihres Gewinns bleibt ein Geheimnis. Das familieneigene Unternehmen gibt sich nach eigenen Angaben mit rund einem Prozent Rendite zufrieden. Höhere Einnahmen werden in das Unternehmen investiert oder in soziale Projekte gesteckt.

Die Umsätze wachsen seit Jahren im hohen einstelligen oder gar zweistelligen Bereich. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 erreichten sie 3,3 Milliarden Euro und damit einen Zuwachs von 10,5 Prozent. Von den 2.624 europäischen Filialen liegen 1.306 in Deutschland, von den rund 40.000 Beschäftigten arbeiten 26.300 hierzulande.

Rossmann knackt wichtige Umsatzmarke

Die jetzt wohl zweitgrößte deutsche Drogeriemarktkette Rossmann hat 2011 erstmals in ihrer Firmengeschichte die Umsatzmarke von fünf Milliarden Euro geknackt.

Die Erlöse lagen bei 5,1 Milliarden Euro - ein Plus von 10,5 Prozent. Unterm Strich sind nach Unternehmensangaben mehr als 100 Millionen Euro Gewinn geblieben.

Für das Jahr 2012 wird ein Gesamtumsatz von 5,6 Milliarden Euro erwartet. Rossmann betreibt in sechs europäischen Ländern 2.531 Märkte und beschäftigt rund 31.000 Mitarbeiter. In Deutschland will Rossmann in diesem Jahr 110 neue Verkaufsstellen eröffnen. Dabei sollen rund 1.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

Der Gründer Dirk Roßmann bereitet die Übergabe an die nächste Generation vor. Er hatte vor 40 Jahren die erste Rossmann-Filiale eröffnet.

Schlecker schrumpft

Schlecker war bis vor Kurzem die Nummer eins. Doch im Januar meldete das Unternehmen beim Amtsgericht Ulm Insolvenz an. 2011 war der Umsatz von brutto 6,55 Milliarden Euro auf rund 5 Milliarden Euro eingebrochen, der Verlust wurde mit 200 Millionen Euro angegeben.

Durch Filialschließungen und Streichung von 11.000 Arbeitsplätzen in Deutschland hat der Insolvenzverwalter die Kette drastisch verkleinert.

Derzeit sind bei Schlecker noch rund 13.500 Mitarbeiter tätig. Die Zahl der deutschen Filialen schrumpfte auf 3.200. Der Insolvenzverwalter ringt nun um das Fortbestehen des Unternehmens.