Der Online-Händler Asos baut sein Deutschlandgeschäft aus. Das Londoner Unternehmen eröffnet im Sommer sein erstes Verkaufsbüro auf deutschem Boden. Standort ist Berlin-Mitte. Das Team, das in der Startphase aus fünf oder sechs Mitarbeitern bestehen soll, wird sich um lokales Marketing, Social Media und den Kundenservice in Deutschland kümmern. Die Leitung übernimmt Moritz Hau. Der neue Country Manager war zuvor in gleicher Position bei der US-Niederlassung der Yoox Group in New York tätig. „Für einen Pure Player ist es besonders wichtig, nah am Kunden zu sein“, sagt Hau.

Der deutsche Markt ist zwei Jahre nach dem Start der Landesversion Asos.de der viertgrößte außerhalb Großbritanniens – nach Australien, den USA und Frankreich.

Die hiesige Retourenquote beziffert CEO Nick Robertson auf über 45% gegenüber etwa 30% in der gesamten Asos Group. „Dafür sind die Warenkörbe in Deutschland doppelt so groß“, sagt der Unternehmensgründer.

Die Geschäftszahlen für Deutschland sind nicht bekannt. Die gesamte Gruppe steigerte ihren Retail-Umsatz im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2012/13 um 34% auf 352 Mill. Pfund (411Mill. Euro). Besonders stark war das Wachstum in den USA, wo sich die Erlöse um 54% auf rund 35,6 Mill. Pfund erhöhten. In den Staaten der Europäischen Union verbesserte sich Asos um 36% auf 77,5 Mill. Pfund. Insgesamt legte das internationale Geschäft um 39% auf rund 215 Mill. Euro zu. Im etablierten Heimatmarkt Großbritannien kletterten dieUmsätze um 26% auf fast 138 Mill. Pfund. Aufgrund dieser Entwicklung hält Robertson an seinem Ziel fest, spätestens 2015 die magische Milliardengrenze beim Umsatz zu überschreiten.

Zum Stichtag 28. Februar zählte das 2000 gegründete Unternehmen, das 2003 die Gewinnzone erreichte und im vergangenen Jahr mit dem Forumspreis der TextilWirtschaft ausgezeichnet wurde, weltweit rund sechs Millionen aktive Kunden, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate auf einer Asos-Seite eingekauft haben. Das entspricht einem Plus von 40% gegenüber dem Vorjahr. Die Zahl der Unique Visitors (Einzelbesucher) stieg von 15,6 auf 19,8 Millionen im Monat.