Masse ist nicht immer unbedingt gleichzusetzen mit Klasse. Diese Aussage lässt sich sehr gut auf die Messelandschaft im Bereich des E-Business übertragen. Während CeBIT und Systems in der Gunst der Aussteller mehr und mehr sinken, gewinnen kleinere Veranstaltungen wie die e-procure an Beliebtheit.

Masse ist nicht immer unbedingt gleichzusetzen mit Klasse. Diese Aussage lässt sich sehr gut auf die Messelandschaft im Bereich des E-Business übertragen. Während CeBIT und Systems in der Gunst der Aussteller mehr und mehr sinken, gewinnen kleinere Veranstaltungen wie die e-procure an Beliebtheit.

Wer die CeBIT in Hannover kennt, weiß wovon hier die Rede ist. Unübersichtliche Hallen, weite Wege und die mehr geduldeten als geliebten Schnäppchenjäger, die sich alles, was nicht niet- und nagelfest ist, in die Taschen schaufeln. Die Aussteller beklagen den Mangel an Fachpublikum und sprechen davon, dass die CeBIT längst zu einer Verbrauchermesse verkommen ist, in der mehr die Showelemente eine Rolle spielen als der kommunikative Austausch zwischen Experten.

Ganz andere Reaktionen der Anbieter sind auf den kleineren Messen zu hören. Dieser Trend war schon auf der Learntec in Karlsruhe im Februar dieses Jahres feststellbar. Bestätigt hat er sich auf der e-procure in Nürnberg, die vom 06.-08. Mai stattfand. "Wir haben hier mit den Interessenten sehr tiefgehende und detaillierte Gespräche geführt. Die Leute, die zur e-procure kommen, haben sehr konkrete Anfragen und wissen sehr genau, was sie wollen", sagt Rainer Degen, Vertriebsleiter SCM bei Hewlett-Packard stellvertretend für andere Aussteller. Möglicherweise ist es an der Zeit, große Messen wie die CeBIT oder die Systems in München in der Jahresplanung zu ignorieren und stattdessen auf die kleinen Messen, auf denen jeweils ein Teilsegment des E-Business im Mittelpunkt steht, zu setzen.

Thematisch betrachtet ist sowohl bei Ausstellern als auch bei den Besuchern eine Weiterentwicklung in der elektronischen Beschaffung festzustellen. Der bisher dominierende Aspekt der Reduzierung von Prozesskosten spielt zwar nach wie vor eine Rolle, aber nicht in dem hohen Maß wie bisher. Der Denkansatz ist heute umfassender. Es wird mehr auf den Total Cost of Purchasing (TCP, Gesamtkosten im Beschaffungsvorgang) geachtet. Des Weiteren spielt zunehmend der Auswahlprozess zur Findung geeigneter Lieferanten eine Rolle. Hier wird mehr auf Qualität geachtet als in den Tagen, als das E-Procurement noch in den Kinderschuhen steckte. Das Thema Katalogmanagement wird heiß diskutiert. Wie lässt sich die Abbildung von Produkten optimieren, wie lässt sich die Kombination einzelner Fertigungsteile bewerkstelligen? Und schließlich überdenken die Unternehmen zunehmend die Möglichkeiten, die sich aus einer Zusammenarbeit mit anderen ergeben. So genannte Supply Networks, in denen beispielsweise der Austausch und eine gemeinsame Bewertung von Lieferanten durchgeführt werden, könnten eine Zukunft haben. (AP)


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