eBay gibt sein Kundenmagazin auf. Imagewerbung bei Verbrauchern passt dem Autktionshaus beim Umbau zum Internetmarktplatz für gewerbliche Händler nicht mehr ins Konzept. 

Drei, zwei, eins - aus: Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr nimmt das im Mai 2007 mit großen Erwartungen gestartete "eBay Magazin" vom Markt, meldet das Internetportal Meedia-Informationen. Die letzte Ausgabe soll am 6. November erscheinen. 

Demnach soll der Schritt aber nicht im Zusammenhang mit den aktuellen Sparplänen des Medienhauses stehen, sondern ist auf die Kündigung des Kooperationsvertrags durch eBay mit dem Verlag zurückzuführen. Das Auktionshaus hatte sich darin verpflichtet, Gruner + Jahr pro Ausgabe 450.000 Hefte aufzukaufen. Die Redaktion ist offenbar bereits gekündigt.

eBay hatte Anfang Oktober mitgeteilt, bis Mitte kommenden Jahres von 1.000 Stellen am deutschen Standort Dreilinden 400 zu streichen.

Seit einem Jahr nicht mehr am Kiosk

Vor einem Jahr war das im Einzelverkauf schwächelnde Lifestyle- und Servicemagazin bereits aus den Kiosken verschwunden. Damals einigte sich Gruner + Jahr in Kooperation mit eBay auf das neue Vertriebsmodell: Die Druckauflage wurde auf 460.000 Exemplare erhöht, das Auktionshaus nahm den Großteil der Hefte direkt ab und verschenkte sie an ausgewählte Kunden.

Bis zu 10.000 Exemplare sollten an zahlende Abonnenten gehen. Gleichzeitig wurde der Umfang reduziert und der Anzeigenpreis auf 13.400 Euro pro Seite erhöht. Wie Meedia-Informationen aus Unternehmenskreisen erfahren haben will, hat eBbay den Ende 2009 auslaufenden Vertrag mit dem Verlagshaus nicht verlängert.

Deutsche Tochter verliert an Einfluss

Die Einstellung des Kundenmagazins ist ein weiteres Zeichen, dass es Ebay Deutschland miserabel geht und die deutsche Tochter deshalb innerhalb des Konzerns an Einfluss verliert:

Nach einigen Chefwechseln in kurzer Zeit werden nun ganze Unternehmensbereichhe wie das Marketing zentral für ganz Europa geleitet - aber nicht in Deutschland.

Konkurrenz durch Amazon

eBay hat mit starker Konkurrenz wie Amazon zu kämpfen und versucht, sich von dem Auktionsgeschäft für private Käufer und Verkäufer zu verabschieden. Die Rettung sieht der Internetriese darin, gewerblichen Händlern und Herstellern einen Marktplatz anzubieten.

Dementsprechend verlagert sich die Kommunikation zunehmend auf Direktmarketing und Abverkaufswerbung. Die klassische Imagewerbung, wie sie eine Kundenzeitschrift betreibt, passt da offenbar nicht mehr ins Konzept und ist zu teuer.

Bei "Neon" angedockt

Das eBay-Magazin war ursprünglich von den "Neon"-Chefredakteuren Timm Klotzek und Michael Ebert entwickelt worden und sollte die eBay-Welt für eine junge, stilbewusste und gut verdienende Klientel erschließen.

Ein siebenköpfiges Team erstellte die Inhalte des vierteljährlich erscheinenden Titels und war dabei an die Münchner "Neon"-Redaktion angedockt. Diese Stellen fallen nun offenbar weg.