In Mönchengladbach hat eBay im Oktober lokale Händler an den Marktplatz angedockt und bietet diesen ein digitales Schaufenster. Zum Projektstart bieten 50 Händler auf der Einstiegsseite www.mg-bei-eBay.de rund 200.000 Artikel an. „Mönchengladbach bei eBay“ läuft zunächst bis Mitte 2016. Doch wie glücklich sind eigentlich die Händler mit dem Konzept?

eBay präsentiert jede Woche auf der Seite einen „Händler der Woche“ und stellt auf der Seite „Geschäfte entdecken“ alle teilnehmenden Händler vor
eBay präsentiert jede Woche auf der Seite einen „Händler der Woche“ und stellt auf der Seite „Geschäfte entdecken“ alle teilnehmenden Händler vor

Die Kompetenz im Projekt ist geballt. An dem Piloten beteiligt ist mg.retail2020, ein Projekt der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH und des eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein. Technisch unterstützt wird das Projekt unter anderem von Inventorum, das Lösungen zur Kassenabwicklung und Warenbestandsverwaltung von Einzelhändlern auf dem iPad anbietet. Denn die Einkäufe können online bezahlt und nach Hause geliefert werden, mit dem Service Click & Collect lassen sie sich auch im Geschäft abholen und bezahlen. Das stärkt das lokale Geschäft.

Die Erwartungen sind vergleichsweise hoch. Eine Studie der WFMG Wirtschaftsförderung Mönchengladbach und des eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein hatte zuvor ergeben, dass eine Präsenz auf Online-Marktplätzen für den lokalen Einzelhandel sinnvoll sein kann, um auf das veränderte Kaufverhalten zu reagieren. Mehr Sichtbarkeit, mehr Aufmerksamkeit, mehr Umsatz – auch im Laden. So lautet die verkürzte Gleichung. eBay bringt dafür immerhin über 17 Millionen aktive Käufer in Deutschland mit, kann schon mehr als 400 gewerbliche Händler aus Mönchengladbach vorweisen, die eBay als Vertriebskanal nutzen.

Wichtig für den Erfolg des Projekts: Vielseitigkeit beim Sortiment. Mit Anbietern für Sport- und Freizeitartikeln, Beauty, Fashion, Feinkost, Kunst, Elektronik, Haus & Garten bis hin zu Autoteilen bildet das Sortiment weite Bereich ab.

Was den Händlern hilft. Sie müssen nicht mehr als Einzelkämpfer agieren, so wie Sabine Kuch vom Haus der Braut in Mönchengladbach. Über einen eigenen Onlineshop, hatte die Inhaberin schon nachgedacht, dann aber den hohen administrativen Aufwand gescheut. „Nun kann ich auch viele Erfahrungen sammeln, wie aufwändig die Administration und die Logistik für einen eigenen Onlineshop sind.“ Im Anschluss an die Aktion möchte Sabine Kuch erfolgreiche Angebote deutschlandweit anbieten und denkt auch über eine eigene Kollektion nach, die sie dann über eBay verkaufen will.

 Sabine Kuch vom Haus der Braut in Mönchengladbach
Sabine Kuch vom Haus der Braut in Mönchengladbach


Beispiel  Kunsthaus Krichel: Auch Rolf Krichel scheute den Aufwand für einen eigenen Onlineshop. Er verspricht sich eine höhere Aufmerksamkeit, und glaubt dass die Einzelhändler gegenseitig voneinander und gleichzeitig von der Reichweite des Marktplatzes profitieren. Click & Collect helfe dabei, dass die Kunden online einkaufen und die Artikel dann im Geschäft abholen. Das sorge für zusätzlichen direkten Kundenkontakt.

Den Händlern geht aber auch um die Technik im Laden. Lederexpertin Ingrid Schrey lobt unter anderem die spezielle iPad-Kasse von Inventorum, die bei der Warenwirtschaft unterstützt und Doppelverkäufe verhindert.