eBay führt die umstrittene neue Zahlungsabwicklung in Europa nicht ein. Auch mit der luxemburgischen Finanzaufsichtsbehörde wurde sich der Betreiber des Onlinemarktplatzes nicht einig.

Erst verschoben, jetzt abgeblasen: Die Onlinehandelsplattform eBay legt das eigene umstrittene neue Zahlungssystem auf Eis. "Wir haben die Entscheidung getroffen, die Einführung der neuen Zahlungsabwicklung bis auf Weiteres zu verschieben", sagte Deutschland-Chef Dirk Weber der Zeitschrift "Wirtschaftswoche". Die Entscheidung gelte "über 2013 hinaus".

Bei dem neuen Verfahren sollten über eBay gekaufte Artikel nicht direkt beim Verkäufer bezahlt werden, sondern bei der Onlinehandelsplattform selbst, die das Geld dann weiterleiten wollte. Dadurch wollte eBay die Sicherheit und das Vertrauen der Kunden erhöhen.

Erst Bafin, jetzt CSSF

Seit August 2011 war das Zahlverfahren in einem Pilotprojekt getestet worden, eine halbe Million eBay-Kunden hatte das System im Frühjahr bereits genutzt. Doch laut deutscher Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin)  hätte sich eBay nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz auch eine Lizenz für die Zahlungsabwicklung holen müssen.

Das Unternehmen verschob daraufhin den Start der neuen Kaufabwicklung vom vergangenen Sommer auf kommendes Jahr und führte Gespräche mit der luxemburgischen Finanzaufsicht CSSF. Dort hat der zuständige Unternehmensbereich des amerikanischen Unternehmens in Europa seinen Sitz.

Bei den Verhandlungen gab es offensichtlich Probleme: "Es bestehen erhebliche Unklarheiten, wie die neue Zahlungsabwicklung den regulatorischen Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig die gewünschten Vorteile für Käufer und Verkäufer bieten kann", so Weber in der "Wirtschaftswoche".

Geldtransfer innerhalb eines Werktages

Demnach sehen die - eigentlich für die Beaufsichtigung von Banken ausgelegten - Regeln grundsätzlich vor, dass Gelder innerhalb eines Werktages transferiert werden müssen. Doch nach den Vorstellungen von Ebay hätte es mindestens eine Woche, im Extremfall sogar knapp einen Monat dauern können, bis die Verkäufer ihr Geld bekommen. Bei vielen Verkäufern war das System daher umstritten, zudem hatten technische Probleme die Pilotphase begleitet.

Ebay prüfe nun andere Maßnahmen, um die Sicherheit zu erhöhen, heißt es. Zudem sei die Hotline nun kostenlos, zur besseren Kundenbetreuung will das Unternehmen auch mehr Mitarbeiter einstellen. Eine konkrete Zahl nannte Ebay indes nicht.