eBay muss einen österreichischen Kunden entschädigen, weil die Handelsplattform von der drohenden Insolvenz des betrügerischen Händlers gewusst haben soll. 

eBay muss einem Kunden fast 16.500 Euro Schadenersatz zahlen. Ein österreichisches Gericht hatte den Internetmarktplatz dazu verurteilt, das Betrugsopfer zu entschädigen: Der Kunde hatte bei einem "Platin-Power Seller" Goldbarren gekauft, im Voraus bezahlt und war nach der Bezahlung aber nicht beliefert worden. Darauf hin verklagte er eBay als Betreiber der Handelsplattform.

Das Landsgericht St. Pölten gab ihm Recht: eBay habe mehrere Hinweise auf verdächtiges regelwidriges Verhalten und die drohende Insolvenz des Goldverkäufers erhalten, ihm aber den Status Platin-Power Seller - der eine gewisse Seriosität gewährleisten soll - trotzdem nicht entzogen.

Sorgfaltspflicht grob fahrlässig verletzt

Nach Auffassung des Gerichts hat eBay damit seine Schutz- und Sorgfaltspflichten grob fahrlässig verletzt und muss rund 16.500 Euro sowie die rund 8.000 Euro Verfahrenskosten zahlen (Az. 4 Cg 144/08i).

eBay will gegen das Urteil Rechtsmittel ergreifen. Denn das Urteil könnte als Präzedenzfall dienen – und dem Marktbetreiber eine Klagewelle bescheren.