Die Online-Handelsplattform eBay ändert im Sommer die Zahlungsabwicklung. Die wichtigste Neuerung: Die ersteigerten oder gekauften Artikel werden nicht mehr direkt beim Verkäufer, sondern zunächst an eBay bezahlt.

Das soll den Käufern mehr Sicherheit bringen, erläuterte eBay am Dienstag den Schritt. Private Verkäufer werden mit dem neuen System sieben Tage auf ihr Geld warten müssen, für gewerbliche Verkäufer wird eine zusätzliche Gebühr von zwei Prozent eingeführt.

Bezahlt werden kann per Banküberweisung, Kreditkarte oder Lastschrift sowie über den hauseigenen Zahlungsdienstleister PayPal oder den ähnlichen Dienst Skrill (früher Moneybookers). Sobald das Geld an eBay bezahlt wurde, bekommt der Verkäufer Bescheid und muss den Artikel versenden.

Unterschiedliche Auszahlungsmodi für eBay-Händler

Ab dem Moment, da die Ware als versendet markiert wurde, starten die unterschiedlichen Auszahlungsfristen. Für gewerbliche Verkäufer, die eine längere eBay-Historie haben und den Mindeststandards der Plattform genügen, liegt sie bei einem Tag.

Quelle: eBay
Quelle: eBay
Alle anderen gewerblichen Anbieter müssen auf ihr Geld sieben Tage plus die erwartete Versanddauer warten. Mit der zusätzlichen Gebühr sind alle Zahlungswege abgedeckt - das heißt, auch die heutige separate PayPal-Gebühr entfällt, wie eBay-Sprecherin Maike Fuest betonte. Auf private Verkäufer kommen keine zusätzlichen Kosten zu, auch sie werden die bisherige PayPal-Gebühr nicht bezahlen müssen.

Eine Banklizenz benötigte eBay für das neue System nicht, weil es kein erlaubnispflichtiger Dienst sei, sagte Sprecherin Fuest. Einen genauen Starttermin nannte die Sprecherin nicht. Nach dem Start im Sommer werde die Umstellung einige Wochen dauern. Wer sich neu als Händler anmeldet, muss sich schon jetzt nach dem neuen System richten.

eBbay testete die veränderte Zahlungsabwicklung in einem Pilotprojekt seit Ende August 2011. Dadurch nutzen mehr als 500.000 Verkäufer-Konten nach Angaben des Unternehmens bereits das neue Verfahren.