Immer wieder gerät eBay in die Kritik, Markenrechte nicht aussreichend zu schützen. Nun reagiert die Online-Plattform und gibt eine neue Info-Broschüre für Markenhersteller heraus.

Der Online-Marktplatz eBay hat wenig Interesse daran, als Handelsplattform für Produktpiraten zu gelten. Daher will das Unternehmen den Schutz von Markenrechten weiter verbessern.

Das Internetauktionshaus will daher Markenhersteller in Deutschland für eine Zusammenarbeit im Rahmen des sogenannten "Verifizierten Rechteinhaber-Programms (VeRI)" zur Bekämpfung von Produktfälschungen gewinnen.

Broschüre informiert Markenhersteller

Eine neue
Markenrechtsverletzung schaden dem Image. (Foto: eBay)
Markenrechtsverletzung schaden dem Image. (Foto: eBay)
erläutert, wie Hersteller im Rahmen des Programms in enger Zusammenarbeit mit eBay gegen den Handel mit Fälschungen ihrer Produkte vorgehen können. 

Der Anteil von rechtsverletzenden Angeboten an allen auf dem eBay-Marktplatz angebotenen Artikeln beziffert eBay zwar auf weniger als 0,2 Prozent. "Jede einzelne Fälschung schädigt jedoch gleichermaßen die Markenhersteller, die vielen ehrlichen Anbieter von Originalprodukten sowie Marktplätze wie eBay. Gleichzeitig untergraben Fälschungen das Vertrauen der Verbraucher", heißt es in einer Presseerklärung vom heutigen Montag.

Know How von Experten nötig

Zwar bemühe sich eBay aktiv darum, die Produktpiraterie einzudämmen. Im Kampf gegen Fälschungen sei man jedoch auch auf die Fachkenntnisse der Markenhersteller angewiesen. Das VeRI-Programm nutze diese Expertise, damit Fälschungen, die für eBay nicht erkennbar sind, identifiziert und gelöscht werden können, teilt das Auktionshaus mit. 

"Viele Fälschungen sind heute nur sehr schwer vom Original zu unterscheiden", erläutert Stephan Zoll, Geschäftsführer der eBay GmbH. "Niemand kennt die Markenprodukte besser als die jeweiligen Hersteller. Deshalb brauchen wir ihre Hilfe, um solche Fälschungen identifizieren zu können. Wir investieren jedes Jahr zweistellige Millionensummen, um dafür zu sorgen, dass auf unserem Marktplatz keine Fälschungen angeboten werden, und um Fälschungen, die es doch auf unsere Seite schaffen sollten, so schnell wie möglich zu löschen."

Microsoft lobt eBay

Ein Rechteinhaber, der bereits seit vielen Jahren am VeRI-Programm teilnimmt, ist Microsoft. „Durch das Programm ist es uns möglich, schutzrechtsverletzende Angebote schnell und unkompliziert zu melden und gemeinsam dafür zu sorgen, dass illegale Angebote aus dem Markt verschwinden", betont Swantje Richters, Justitiarin bei der Microsoft Deutschland GmbH.

"Wir sind sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit und würden eine Kooperation mit eBay jedem Rechteinhaber empfehlen. Nur gemeinsam kann das Problem erfolgreich bekämpft werden", sagt die Juristin.

Angeblich nur 0,15 Prozent Rechtsverletzungen

VeRI gibt es bereits seit 1998. Es ermöglicht die unkomplizierte Meldung potenziell gefälschter Angebote. Weltweit arbeitet eBay derzeit mit 31.000 Rechteinhabern im Rahmen dieses Programms zusammen, erläuterte das Auktionshaus.

Rund 2,1 Millionen Angebote habe eBay aufgrund von VeRI-Meldungen von Rechteinhabern im vergangenen Jahr entfernen entfernen müssen. Weitere 2,1 Millionen potenziell problematische Artikel seien von eBay aufgrund der eigenen Suchen gelöscht worden. Insgesamt hätte sich 2008 weltweit 2,7 Milliarden Angebote auf den Seiten von eBay befunden. Davon seidem nur 0,15 Prozent als potenzielle Rechtsverletzungen identifiziert worden, teilt das Unternehmen mit.