Der Marktplatzbetreiber eBay verdiente zwar im Weihnachtsquartal 2010 weniger als im Vorjahr, aber je Aktie doch mehr als die Börsianer dachten. Vor allem der Bezahldienstleister PayPal legte kräftig zu.    

Weihnachten und die Tochter PayPal bescherten dem Internetmarktplatz eBay ein gutes Jahr 2010. Im vierten Quartal sank der Überschuss zwar von 1,36 Milliarden auf 559,2 Millionen Dollar (rund 414 Millionen Euro) im Vergleich zum Vorjahresquartal, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Amerika mit. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 42 Cent nach zuvor 1,02 Dollar (0,76 Euro).

Doch auf bereinigter Basis verdiente eBay 52 Cent je Anteilsschein und hat damit trotz des Gewinnrückgangs die Markterwartungen übertroffen: Die Börsenakteure rechneten durchschnittlich mit einem Gewinn von nur 47 Cent. Und so stieg die Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen nachbörslich um rund fünf Prozent.

PayPal und Weihnachten

Der Umsatz von eBay Inc. betrug im letzten Quartal des Jahres 2010 rund 2,5 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 1,86 Milliarden Euro. Dies entspricht einer Steigerung um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dazu trug vor allem der Bezahldienst PayPal mit einem Plus von 25 Prozent bei. Onlinekunden können über PayPal nicht nur ihre eBay-Einkäufe bezahlen, sondern inzwischen auch in unternehmensfremden Onlineshops einkaufen.

Im wichtigen Weihnachtsquartal wurden 2010 zudem ein Zehntel mehr Waren verkauft als im Vorjahreszeitraum. Neben Amerikanern und Briten griffen dabei vor allem die Deutschen zu. "Wir hatten ein starkes Quartal", sagte Firmenchef John Donahoe am Firmensitz im kalifornischen San Jose und verspricht sogar noch bessere Zeiten: eBay will einen Zahn zulegen.

Umsatzplus bis 15 Prozent angepeilt

Insgesamt setzte der Marktplatzbetreiber im vergangenen Jahr 9,156 Milliarden Dollar (6,78 Milliarden Euro) um, nach rund 8,7 Milliarden Dollar im Jahr 2009 sind das fünf Prozent mehr. Donahoe will den Umsatz in diesem Jahr sogar um bis zu 15 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar (7,85 Milliarden Euro) hochschrauben. Der Gewinn soll bestenfalls sogar noch etwas stärker steigen.

Der Konzern, der in den neunziger Jahren als Auktionshaus begann, nennt sich heute Marktplatzbetreiber und macht tatsächlich inzwischen den meisten Umsatz mit Angeboten, die Festpreise haben: Weltweit machen die Festpreisangebote inzwischen 62 Prozent des erzielten Handelsvolumens aus, meldet eBay.

Internettelefonie weg, Mode gestärkt

eBay hatte 2009 seine Internettelefonie-Tochter Skype mehrheitlich verkauft und somit einen deutlich höheren Gewinn erzielt als 2010. Die Investoren um den Internetpionier und Netscape-Gründer Marc Andreessen wollen Skype demnächst an die Börse bringen.

Der amerikanische Internetpionier treibt darüber hinaus auch sein Geschäft mit Modeartikeln voran. Erst im vergangenen Dezember hatte eBay für rund 150 Millionen Euro den deutschen Onlineshopping-Club brands4friends übernommen. Über die Plattform können Mitglieder reduzierte Markenartikel kaufen. Deutschland ist einer wichtigsten Märkte für Ebay.