Der Online-Marktplatz eBay wirbt weiter um professionelle Verkäufer. Denn das Auktionsgeschäft schwächelt - und Konkurrent Amazon zieht als Online-Warenhaus davon.

eBay legt nach: Mit einer Reihe von Änderungen will der Online-Marktplatz noch mehr professionelle Verkäufer anlocken. Der US-Konzern treibt damit den Ausbau vom weltgrößten Auktionshaus zur Plattform mit immer mehr Festpreisangeboten und Neuwaren weiter voran. Die Konkurrenz mit dem weltweit führenden Internet-Händler Amazon.com wird so immer schärfer.

Drittanbieter mit den höchsten Kundenbewertungen sollen bei eBay eine neue Auszeichnung als Top-Verkäufer bekommen, teilte der Konzern am Montag im kalifornischen San Jose mit.

Gebühren-Rabatt für Top-Verkäufer

Der Status bringt neben dem Image-Vorteil einen 20-prozentigen Rabatt auf die Gebühren, die Verkäufer an eBay bezahlen. Außerdem sollen die Top-Verkäufer bei den Trefferanzeigen für die Kunden weiter oben angesiedelt werden.

Die Neuerungen sollen im Oktober zeitgleich in Deutschland, den USA und Großbritannien starten. Allein in den USA sind den Angaben nach 150.000 Verkäufer wegen ihrer besonders guten Bewertungen für den neuen Top-Status qualifiziert. Die Händler müssen pro Jahr mindestens 100 Transaktionen im Gesamtwert von 3.000 Dollar (2.100 Euro) abwickeln.

Feedback-System wird verfeinert

Auch einige weitere Neuerungen sollen den Strategiewandel bei eBay weiter vorantreiben. Dazu gehören ein verfeinertes Feedback-System und eine verbesserte Anzeige der Suchergebnisse.

Im Kerngeschäft mit den Online-Marktplätzen leidet eBay derzeit deutlich unter der Wirtschaftskrise und dem Konkurrenten Amazon. Um den Abwärtstrend zu stoppen, hatte der Marktplatz bereits die Gebühren gesenkt und seine Produkt-Suchmaschine überarbeitet.

Das Auktionsgeschäft für Jedermann, mit dem eBay einst rasant gewachsen war, hat seit längerem an Schwung verloren.