Totgesagte leben länger: Jahrelang von den Konsumenten hassgeliebt (Angebotsvielfalt versus überladene Benutzeroberfläche), von Händlern als "Beifang" verrufen und von Markenartiklern als "imageschädigende Resterampe" geächtet, hatte der Marktplatz-Riese ebay in 2010 zur Aufholjagd geblasen und präsentiert sich seit 2012 schlank, schnell und übersichtlich. Plattformübergreifend: Im Desktop-Browser werden Besucher nicht mehr von Navigationselementen und Filterfunktionen erdrückt, die nativen Apps sind gelungen (und entsprechend beliebt), und die Tablet-optimierte Webseite kann sogar derart überzeugen, dass sie bei Entwicklern als Role Model gilt. Da geht wieder was.


Dieser Einsatz blieb nicht ohne Wirkung: In Deutschland, Österreich und der Schweiz haben die Auktionsvolumina im Jahresvergleich 2010 bis 2012 deutlich zugelegt und Umsatz und Gewinn konnten sich in dieser Zeit ebenfalls positiv entwickeln (Nettoumsatzplus von 9,16 auf 14,70 Milliarden US-Dollar von 2010 bis 2012, ca. 60,5% Wachstum). Online-Händler, die den Marktplatz in den "mauen" Jahren zwischen 2007 und 2010 aus den Augen verloren haben, oder einst - wegen Änderungen in Gebührenordnung und Käuferschutz - genervt aufgegeben hatten, sollten die Plattform im Rahmen ihrer Multichannel-Strategie neu beurteilen. Doch für wen lohnt sich das überhaupt? Als eine Orientierungshilfe:

ebay - Brutto-Handelsvolumen in 2012 nach Kategorien, weltweit

Die Entwicklung der Volumina in den einzelnen Kategorien für den Vergleichszeitraum 2010 bis 2012 lässt sich anhand dieser Tabelle nachvollziehenGrafik: Statista

Ebay Brutto-Handelsumsatz nach Kategorien 2012
Ebay Brutto-Handelsumsatz nach Kategorien 2012
Ebay Brutto-Handelsumsatz nach Kategorien 2012, weltweit