Nachhaltigkeit? Wichtig. Vielleicht sogar kaufentscheidend. So der Tenor in Kundenumfragen. Doch an der Kasse heißt es dann: Pfff. Drei Viertel der deutschen Online-Händler sehen keine verstärkte Nachfrage in Richtung Nachhaltigkeit. Knapp 24 Prozent aber sagen immerhin, dass nachhaltige Produkte  etwas oder deutlich stärker nachgefragt werden.  Das sagt die aktuelle Frage des Monats zum ECC-Konjunkturindex.

Jeder fünfte Händler hat bereits Umstellungen im Sortiment vorgenommen. Rund 18 Prozent planen das in Zukunft. Die Mehrheit (61 Prozent) sieht aber derzeit keinen Grund für Veränderungen.

„Das zögerliche Verhalten der Händler ist in gewisser Weise verständlich. Die konsequente Umsetzung von Nachhaltigkeit ist sehr komplex. Ab dem Moment der expliziten Kommunikation machen sich Händler auch überprüfbar, daher ist eine absolut umfassende Strategie gefordert“, so Bettina Seul, Nachhaltigkeitsexpertin des IFH Köln.

Die Ergebnisse der Shopper-Befragung des ECC am IFH zeigen aber, dass die Online-Shopper durchaus Wert auf eine Auswahl  an nachhaltigen Produkten  und Produktionsbedingungen legen. Aber es fehlt auch an Information. Viele Verbraucher finden es schwierig nachzuvollziehen, ob die angebotenen Produkte auch wirklich nachhaltig produziert wurden. Man könnte die Ergebnisse daher auch anders lesen: Mögen würden die Kunden schon, aber können tun sie nicht.