Sag niemals nie: EP-Boss Jörg Ehmer

Als Electronic Partner im Oktober bei Notebooksbilliger.de mit einer Minderheitsbeteiligung einstieg, blieb EP-Chef Jörg Ehmer in Sachen online noch sehr abwartend. Der Manager galt eher als Multichannel-Skeptiker.

Nun die Kehrtwende.

Electronic Partner steigt wieder in den Onlinehandel ein.

Mit einem sehr eigenständigen Konzept baut die Kette auf Multichannel.

Erst im Dezember hatte der Elektronikhändler einen neuen Online-Service auf den Weg gebracht. Unter Plusanschluss.de können Kunden Kontakt mit den jeweiligen Fachhändlern vor Ort aufnehmen, die dann Haushaltsgeräte wie Waschmaschinen, aber auch Telefon, Computer oder Software anschließen oder installieren. Die Service-Initiative war aber nur ein Vorglühen. Jetzt kommt der E-Commerce-Aufschlag.

Doch statt eines zentraler Ansatzes wie einst beim Netshop mit zentral festgelegtem Sortiment und Preisen, will  Electronic Partner den Mitgliedern lediglich einen fertigen Onlineshop mit der entsprechenden Infrastruktur und Corporate Identity bereit stellen. "Jeder teilnehmende Händler entscheidet eigenständig über Sortiment und Preise in seinem Webshop. Das gewährleistet unseren Mitgliedern die größtmögliche unternehmerische Freiheit und die Möglichkeit, einen Internetauftritt zu entwickeln, der am besten zu ihrem individuellen Geschäft passt", sagt Ehmer im Interview mit "Der Handel".

Ehmer geht davon aus, dass die überwiegende Mehrheit der rund 700 EP-Markenhändler dabei ist.  Möglich sei für die Händler auch eine abgespeckte Version, bei der sie dem Kunden nur einen Reservierungsservice anbieten. Im Sommer sollen die ersten Shops starten.

Warum das noch dauert? Bislang gibt es nur eine Grundsatzentscheidung. Details wie Finanzierung und Dienstleister sind noch in der Diskussion. Zur ihrer Frühjahrsmesse will die Verbundgruppe aber schon eine Shop-Lösung vorstellen.

EP hatte seinen zentralen Netshop vor drei Jahren vom Netz genommen.