Der  Börsenkurs sinkt, Facebook braucht neue Erlösquellen. Ein externes Werbenetzwerk könnte dem Social Network neue Dollar-Milliarden erschließen. Auf entsprechende Optionen deuten nach Meinung von Focus Änderungen in den Datenschutzbestimmungen hin. Mit einem eigenen Werbenetzwerk im Stile von Google Adsense könnte Facebook Werbung überall dort einblenden, wo die Nutzer shoppen. E-Commerce-Anbieter dürfte das interessieren, verspricht doch Facebook angesichts seiner Myriaden von Nutzerdaten und des sozialen Kontexts zielgenaue Werbemöglichkeiten.

Bislang nutzt Facebook den sozialen Kontext nur für Anzeigen innerhalb der Plattform. Wenn ein Facebook-Nutzer also ein Produkt mag und den "Like"-Button klickt, werden bislang nur in Facebook Anzeigen generiert, die die eigenen Freunde darüber informieren. Diese Mechanik ließe sich aber auch für externe Seiten nutzen. Facebook selbst hält sich noch bedeckt.

Die Grundlagen für den Eintritt in die neue Werbewelt werden gerade in den neuen Datenschutzbestimmungen gelegt, über die die User derzeit abstimmen können. Aber: Facebook sieht die Abstimmung nur als bindend an, wenn sich 30% der 900 Millionen Nutzer beteiligen.

Das gilt als extrem unwahrscheinlich. Legt man die Nielsen-Formel an, die Webdesign-Experte Jakob Nielsen 2006 aufstellte, dann bleibt der Wert deutlich darunter: 90-9-1 lautete dessen Faustformel über die Beteiligung der Nutzer in Social Communities. 90 Prozent sind dabei jene, die nur passiv unterwegs sind. Selbst bei deutlich optimistischeren Annahmen dürfte also das Interesse an der Abstimmung unter der 30-Prozent-Hürde bleiben. Einer Änderungen der Datenschutzbestimmungen und einer Öffnung von Facebook zum Werbenetzwerk dürfte damit kaum noch etwas im Wege stehen.