Der Wettkampf um die schnellste Zustellung der beiden Marktplatz-Giganten spitzt sich dramatisch zu. Nachdem Amazon jüngst angekündigt hatte via Local Express Delivery –einer Sameday-Zustellung– den stationären Handel direkt anzugreifen, zog ebay prompt mit einer vergleichbaren Zustelloption nach. Das möchte Amazon-Gründer und CEO Jeff Bezos nicht auf sich sitzen lassen. Im irdischen Handel beinahe alles erreicht, beim Griff nach den Sternen jedoch vorerst gescheitert, konzentriert sich der umtriebige Gründer nun wieder mit aller Kraft auf das Kerngeschäft. Ziel dabei ist es, eine den E-Commerce schon lange ausbremsende Hürde endlich aus dem Weg zu schaffen: Die Überwindung des Raum-Zeit-Kontinuum.

Heute liefern, was der Kunde morgen bestellt

Mit seinem neuen Service “Yesterday Shipping” wagt sich Amazon auf ein ganz neues Terrain: Heute liefern, was der Kunde morgen erst bestellen wird. Bereits jetzt zeichnet sich schon ab, dass die entsprechende Task-Force in Seattle ganze Arbeit geleistet hat: Das Großvater-Paradoxon, eine bis dato unüberwindbare Barriere scheint endlich gelöst. Jedoch belegt dieses Video, dass der Online-Versender hier vielleicht noch in der Kommunikation nachbessern muss: Während der Kundendienst sich bereits auf der Höhe der Raumzeit befindet, scheint mancher Kunde mit dieser Form des “Express”-Versandes noch überfordert zu sein.

Das Projekt befindet sich jedoch noch in der Betaphase und soll einer breiten Öffentlichkeit erstmals im Rahmen der Vorstellung des Blockbusters Terminator 5 präsentiert werden, der 2014 in die Kinos kommt und für den Amazon als Werbepartner fungiert.

Bis dahin bleibt dem Online-Händler also noch ausreichend Zeit, nicht nur das eigene Service-Personal, sondern auch seine Kunden "an die neue Zeit" zu gewöhnen.

Brancheninsider zeigen sich von der aktuellen Innovationskraft des Unternehmens zwar begeistert, die Anleger reagieren bis dato jedoch vorerst noch verhalten: Auch wenn man heute bereits liefert, was die Kunden morgen erst bestellen werden, wird das die mitunter geringen Margen im Online-Handel nicht unbedingt steigern können…