Während viele Telekommunikationsanbieter noch über technische Probleme bei UMTS nachdenken, startet E-Plus mit den ersten Handy-Anwendungen durch, die auch beim UMTS-Standard lauffähig sind. Doch lässt sich das japanische Erfolgsmodell "i-mode" so einfach auf Deutschland übertragen?

Während die Mehrheit der Telekommunikationsanbieter noch über technische Probleme bei UMTS nachdenkt, startet E-Plus mit den ersten Handy-Anwendungen durch, die auch beim UMTS-Standard lauffähig sind. E-Plus versucht sich damit als erstes Unternehmen im Info- und Entertainment-Geschäft via Handy (CYbiz berichtete am 5. März 2002). Doch lasse sich das japanische Erfolgsmodell "i-mode" nicht so einfach auf Deutschland übertragen, geben die Unternehmensberater von Mummert + Partner zu bedenken. Nicht nur, dass man ein neues Handy anschaffen müsse: Im Land des Lächelns seien die Rekordumsätze mit günstigen Unterhaltungsangeboten gemacht worden. Nach Ansicht der Unternehmensberater ist dies in Deutschland kaum wiederholbar: E-Plus setzt die Kosten höher an, und das Nutzverhalten der Kunden ist anders.

"Verfrühte Schadenfreude sollte sich die Branche bei i-mode verkneifen, auch wenn der Dienst womöglich nur schleppend anlaufen wird", sagt Wilhelm Alms, Vorstandsvorsitzender der Mummert + Partner Unternehmensberatung. "Immerhin gehen wir jetzt einen gewaltigen Schritt auf der Lernkurve, für welche mobilen Inhalte die Deutschen bezahlen wollen."

Mehr als 30 Mio. Japaner haben i-mode zum Riesenerfolg des dortigen Mobilfunkanbieter NTT DoCoMo gemacht. Und weil i-mode eigentlich auf die in Europa üblichen GSM-Funknetze aufbaut, träumen findige Mobilfunker schon lange davon, die Erfolgsstory bei uns zu wiederholen. Nach einer Studie von Jupiter Research ist der M-Commerce-Umsatz in Japan mit mehr als 400 Mio. US-Dollar fast 30 mal höher als in Europa.

i-mode startet am 16. März mit einem schmalen Angebot an Inhalten. Schneller Zuwachs ist laut Mummert + Partner entscheidend für die neue Technik: Die Vielzahl an Angeboten hat in Japan den Umsatz gebracht. Dort bieten NTT-DoCoMo-Partner 1.800 offizielle Webseiten an, weitere 40.000 Webseiten verfügen über i-Mode-Optionen. Außerdem stehen Serviceleistungen zur Verfügung wie mobile Bankgeschäfte, Restaurant- und Ticketreservierungen. Spiele und die Möglichkeit, bunte Bilder zu verschicken, machen i-Mode bei Teenagern beliebt. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es zum Start etwa 60 Anbieter mit 500 Seiten.

Der Clou an i-mode sind in Japan die moderaten Kosten: Monatliche Grundgebühr umgerechnet weniger als 3 Euro, eine E-Mail kostet nicht einmal 10 Cent. In Deutschland wird es mit 18 Cent für das Verschicken einer kurzen Mail (max. 1000 Zeichen) etwa doppelt so teuer. Auch die meisten Inhalte-Dienste, so genannte Content-Channels, sind kostenpflichtig: Wer auf einen Hotelführer zugreifen will, zahlt zwei Euro monatlich und einen Cent je übertragenem Kilobyte Daten. (ST)

Mehr Informationen zum Thema finden Sie im aktuellen CYbiz Magazin (März 2002): "Mobile Zeiten - CeBIT-Trends: Vom Desktop-PC zum Handy-Computing".


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