Ganz so toll war der Verkaufsstart des neue Tablet-PC "iPad" von Apple wohl nicht: Nach dem ersten Ansturm legte sich die Nachfrage wieder. Ein Marketingcoup war es trotzdem.

Eins muss man Apple lassen: Marketing können sie. Denn selbst beim Verkaufsstart des jüngsten Apple-Produkts, dem Tablet-PC iPad, in den USA, rannten die Fans dem "kalifornischen Kultunternehmen“ buchstäblich die Bude ein. In Deutschland soll der Minicomputer ab Ende April erhältlich sein.

Dass es das Marketing und der immer wieder von Apple selbst gepflegte Kult ist, der die Käufer begeistert, und nicht etwa die Funktionalität, sieht auch ein Nicht-Experte auf den ersten Blick: Der Tablet-Computer iPad sieht eigentlich wie ein etwas zu groß geratenes Apple-Handy iPhone aus – nur, dass man mit dem tragbaren PC nicht telefonieren kann.

Wie das iPhone wird das DIN A4 große und 680 Gramm leichte Gerät über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient. Wie beim Mobiltelefon kann der Nutzer im Web surfen, E-Mails schreiben, Musik hören und Videos abspielen.

300.000 Geräte am Samstag verkauft

Der Verkaufsstart des Tablet-PCs am Osterwochenende soll auch den Analysten zufolge deutlich besser gelungen sein als gedacht: Während die Börsianer mit rund 400.000 verkauften iPads zum Auftakt rechneten, sollen Apple und die Elektronikkette Best Buy seit Samstag sogar bis zu 700.000 Geräte verkauft haben; Apple selbst hatte für den Verkaufsstart am Samstag 300.000 verkaufte iPads gemeldet.

Vor den wenigsten der 221 Apple Stores und den 673 Best Buy-Filialen in den USA hatten sich allerdings wie beim Verkaufsbeginn des iPhone Warteschlangen gebildet - auch wenn die Nachrichtenbilder, die über den großen Teich nach Deutschland schwappten, etwa vom Apple-Laden in New York ein anderes Bild zeichneten. Allerdings zitieren verschiedene Medien den Analysten Gene Munster von Piper Jeffrey, der von "beständigen Verkäufen den ganzen Tag über" sprach.

Verknappung als Marketinginstrument

Unternehmensangaben zufolge waren rund 300.000 iPads vorbestellt. Im Vorfeld war sogar öfters die Rede davon, die erste Charge des iPads sei bereits restlos ausverkauft – Verknappung als Marketinginstrument nimmt der Kunde einem Unternehmen wie Apple immerhin ab.

Doch nach dem ersten Ansturm legte sich die Nachfrage dann offensichtlich ziemlich schnell; am Ende des ersten Verkaufstages sollen durchaus in vielen Läden noch iPads in den Regalen gelegen haben.

Analysten unschlüssig

Und auch die Börsianer wissen nicht so recht, wie sie den Tablet-PC aus dem Hause Apple einschätzen sollen: So ein Erfolg wie das seinerzeit wirklich neuartige iPhone, das im ersten Jahr rund sechs Millionen Mal verkauft wurde, wird das iPad höchstwahrscheinlich nicht.

Denn das Rad haben die Kalifornier mit ihrem tragbaren Computer diesmal nicht neu erfunden und wagten sich bei der Technik nicht einmal an wirklich neue Entwicklungen ran.

Dementsprechend gehen die Prognosen der Analysten nun ziemlich weit auseinander: Die einen sagen, Apple wird drei Millionen Stück im ersten Jahr verkaufen, andere prognostizieren sogar sieben Millionen Stück.