Frisches Zahlenwerk vom Oktober 2012 bietet die Infografik "Über das Internet bestellte Produkte und Dienstleistungen in Deutschland von 2011 bis 2012".

Wenig überraschend ist, dass "Fashion", "Reise" und "Ticket-Buchung" die Top 3 der Nutzerpräferenzen stellen. Allerdings wirft die Umfrage auch eine Frage auf: Wo kaufen Konsumenten eigentlich mittlerweile ihre Bücher? Hier geht's zur Gesamtübersicht der Umfrageergebnisse. 

Nutzung kostenpflichtiger Angebote im Internet in Deutschland von 2011 bis 2012
Nutzung kostenpflichtiger Angebote im Internet in Deutschland von 2011 bis 2012


Hintergrundinformationen

Befragt wurden im Rahmen der ACTA 2012 in 2011 und 2012 jeweils über 6000 aktive Internetnutzer im Alter von 14 bis 69 Jahren. Entlang einer linearen Fragestellung sollten die Merkmalsträger alle Services und Dienstleistungen angeben, die sie im Internet kaufen oder gegen Entgelt nutzen. Mehrfachnennungen waren möglich. Der Item-Katalog war dabei vorgegeben. Im Jahr 2011 war "Kauf von E-Books" darin noch nicht enthalten.

"Wo sind all die Leser hin?"

Da der Stichprobenumfang innerhalb der Zielgruppe "Internetnutzer" in beiden Jahren jedoch vergleichbar groß ist, ist das nicht relevant: Während in fast allen anderen Segmenten ein Wachstum zu beobachten ist, ist der "Kauf von Print-Büchern", laut dieser Umfrage, im Internet stark rückläufig und wird auch durch den "Kauf von E-Books" nicht kompensiert. Überraschend, zumal ein derartiger Einbruch auch nicht mit einer negativen Umsatzentwicklung einhergeht: Die Umsätze im deutschen Online-Versandbuchhandel sind bis 2011 stetig gewachsen. Ist hier bei der grafischen Umsetzung der Umfrageergebnisse ein Fehler passiert?

Entweder kauften also viele Leser Print-Titel wieder im stationären Handel, oder aber sie sind vom Print- zum E-Book-Format gewechselt (erwarben im Vergleichszeitraum aber weniger Titel), oder aber die Nutzungsgewohnheiten verändern sich gerade grundlegend: Weniger Vielleser, die zwar durch bequeme Online-Bestellmöglichkeiten mehr Bücher kaufen und darüber das genannte Umsatzwachstum generieren, bei gleichzeitig aber vielen Weniglesern, die durch den Wettbewerb mit anderen Medienformaten nun gänzlich vom Bücherlesen abgekommen sind und zufällig innerhalb der Stichprobe in 2012 eine Mehrheit bildeten.

Hat vielleicht jemand noch einen weiteren Erklärungsansatz parat? 

Grafik: Statista