Der Onlinehandel ist relativ jung, da tut sich die Branche mit einer Interessensvertretung noch schwer. Wer wissen will, wer den Onlinehandel gegenüber der Politik vertritt, muss sich durch eine Fülle von Abkürzungen kämpfen. Etliche Lobbyisten balgen sich um den Titel „E-Commerce-Verband“, dabei kann bislang keiner ihn wirklich beanspruchen.

Unter den Traditionalisten sind etwa der bvh (Bundesverband des Versandhandels) zu finden – wie der Name schon sagt, eher im Distanzhandel verhaftet. Der bvh hat schon einmal versucht, den Namen zu wechseln, doch der vorgeschlagene Titel – „Bundesverband Interaktiver Handel“ – war nicht wirklich sexy. Auch der Handelsverband Deutschland (HDE) mischt im Onlinehandel mit, hat aber bis heute kaum Kompetenz im E-Commerce.

Dann gibt es die Neuen Frechen – Verbände, die einfach behaupten, sie seien die Branchenvertretung, ohne dass man wirklich dahinter blicken kann. Dazu gehört etwa der „Bundesverband Onlinehandel“ (BVOH), mit Sitz in Dresden. Es gibt auch einen „Verband des Bundesdeutschen Onlinehandels“ (vdbo), mit Hauptsitz in der E-Commerce-Hauptstadt schlechthin: Neumünster. Never heard of it before.

Alle reden - doch wo ist die starke Stimme?

Dazu gibt es unzählige Interessensvertretung, die Onlinehandel am Rande repräsentieren – wie der durchaus angesehene Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW), der sich vor allem Marketing-Themen widmet, oder der Deutsche Dialogmarketing Verband (DDV), der sich immer dann meldet, wenn es beispielweise um E-Mail-Marketing geht.

Alle versuchen es – doch bislang hat keiner die nötige Durchschlagskraft gegenüber der Politik, um die Onlinehandelsbranche zu vertreten – am ehesten noch die traditionellen Verbände. Dabei könnte die Branche bei den schwierigen Themen, die bevorstehen – siehe Datenschutz & Co. – eine starke Stimme in Berlin ganz gut gebrauchen.

Artikel zum Datenschutz in Der Handel.