Na gut, ein Investor wie Ashton Kutcher, wie jüngst bei Gidsy, sorgt natürlich für Publicity. Aber es geht für Start-ups auch ohne. Mit dem Geld der Masse. Crowd-Funding nennt sich das.

Kickstarter ist dafür ein schönes Beispiel.

Das noch dazu zeigt, wie einfach man es dem Nutzer mit digitaler Hilfe machen kann, sein Geld unter die Leute zu bringen.

Dadurch bin ich jetzt ins Espresso-Geschäft eingestiegen. 

Gleb Polyakov und Igor Zamlinsky habe ich ein wenig von meinem Geld gegeben. Sie wollen eine „PID-Controlled Espresso Machine“ bauen. Auf Kickstarter haben sie ihr Projekt vorgestellt, erklärt wieviel Geld sie brauchen, Fortschritte beschrieben.

Mit einem selbst-definierten Geldbetrag kann man bei Kickstarter Projekte unterstützen.  Je nach Höhe gibt es dafür bestimmte „Belohnungen“. Ausgeschüttet wir das selbst investiert Geld aber erst, sobald die notwendige Gesamtsumme für die Realisierung des Projektes zusammenkommt. 

Über 27.000 Projekte wurden bei Kickstarter bereits gelauncht, über 10.000 realisiert. Darunter ernstzunehmende Unternehmen und kulturelle Projekte. Knapp 100 Millionen Dollar wurden von Nutzern für Projekte zur Verfügung gestellt.

Kickstarter - Finanzierung auf die einfache Tour

Was neben der Idee, dass sich hier eine neue Art von Finanzierung etabliert, „deren gesellschaftliche Bedeutung heute kaum abzuschätzen ist“, wie Marcel Weiß zu Recht konstatiert, überzeugt, ist die Mechanik, mit der man sein Geld unter die Leute bringt.

Sicher, man kann mit Kreditkarte zahlen. Aber noch bequemer geht es, wenn man ein Amazon-Konto hat. Dann erfolgt der Check-out über Amazon-Payments. Super bequem.

Das erinnert an manch eine Spendenaktion von DRK und Co, wo es genügte, seinen Obulus via iTunes-Konto in die Krisengebiete der Welt zu überweisen. Ein Klick und es ist gezahlt.

Das System wird Schule machen. Vielleicht einmal mit Facebook-Credits über den Facebook-Account. Zukunftsmusik.  Fest aber steht, dass ein Teil der digitalen Kunden bei Shopping-Touren im Web das Kassenprocedere nicht mehrfach bei mehreren Anbietern stets von neuem durchlaufen möchte und immer wieder Konto- und Adressdaten eingeben will.

Gut, wenn man da auf ein Payment-System, in dem die Daten ohnehin hinterlegt sind, zurückgreifen kann. Diese Form der Vertikalisierung wird sich durchsetzen, auch wenn die Deutschen immer noch gerne für Lastschriftzahlungen und Rechnung votieren.

Payment braucht Vertikalisierung

Ein Schritt auf diesem Weg sind vertikale Shoppingplattformen wie die Mode-Plattform Farfetch, die auf einen übergreifenden Warenkorb setzen, und  Modelle wie bei Ebay.com, wo Kunden Artikel verschiedener Händler in einen Warenkorb legen und zentral bezahlen können.

Der nächste Schritt müsste es nun sein, mit meinem Ebay-Account auch gleich bei Goertz.de, (der Händler ist schließlich auch mit einem Markenshop bei Ebay vertreten) bezahlen zu können.

 Merke: Je einfacher und klarer der Bezahlvorgang, desto höher der Umsatz. Manchmal kann da schon die Änderung eines kleinen Buttons echtes Geld wert sein.