Ist das schon der Abgesang auf  den Schnäppchendienst Groupon?  Nachdem sich die Aktie zuletzt eher im freien Fall befand, macht Großinvestor Kinnevik nun dennoch Kasse. Die Schweden, die auch massiv an Rocket Internet-Projekten beteiligt sind,verkaufen ihre Groupon-Anteile und erlösen  81,5 Millionen US-Dollar, investiert hatten sie 2,9 Millionen Dollar. Die Aktie lag zuletzt rund 50 Prozent unter dem Ausgabepreis von 20 Dollar beim Börsengang im November.

Kinnvik hatte einst Anteile von MyCitydeal erworben. Der Schnäppchendienst war dann 2010 von Groupon übernommen worden. Kinnevik erhielt dadurch Anteile von Groupon. 

Dabei ist Kinnevik sonst gar nicht so kleinlich. Laut Gründerszene hat Kinnevik  bislang  rund  700 Millionen Euro allein  in Rocket Internet und dessen Ableger investiert. 300 Millionen davon 2012. 

Der Ausstieg von Kinnevik wirft ein weiteres Schlaglicht auf die Zukunftsfähigkeit von Groupon.  Neben dem lange vorbereiteten Abschied von Marc Samwer aus dem Management, der offiziell Ende Juli abtritt, hatten hierzulande vor wenigen Tagen die beiden deutschen Geschäftsführer Daniel Glasner und Philipp Magin  ihren Abgang verkündet. 

Glasner und Magin waren Mitgründer des Portals.  Glasner war als Vorstandvorsitzender für Groupon Zentraleuropa verantwortlich, Magin Geschäftsführer für die Region Deutschland, Österreich und Schweiz.

Nachfolger sollen Jens Hutzschenreuter, Vice President Sales USA, und Tobias Teuber, derzeit Geschäftsführer in Australien, werden.

Zudem hatten Bilanzkorrekturen mit der Folge höherer Verluste für Fragezeichen gesorgt. 

Immerhin aber meldete Groupon für das erste Quartal 2012 einen Umsatzanstieg um 89 Prozent auf 559 Millionen Dollar.

Kinnevik macht lieber trotzdem jetzt schon Kasse. Dem Kurs und dem Vertrauen der Anleger dürfte das nicht gut tun.