Nie war es einfacher, einen eigenen Onlineshop aufzubauen: Ab sofort bietet Amazon mit Amazon Webstore eine Plattform an, auf der Verkäufer und Hersteller ohne viel Aufwand eine eigene E-Commerce-Website bauen können. Hier können sie unabhängig von ihrer Größe ihr Produktangebot vorstellen und verwalten. Eine Reihe einfach zu bedienender Tools macht es möglich, jederzeit schnell Änderungen im Shop vorzunehmen. Das kann das Design sein, Infos zu Bestandsmengen und Preisen oder der Start einer Preisaktion. Mit dem Webstore können Verkaufer zügig und ohne Investitionen in eine IT-Infrastruktur loslegen. Besonders attraktiv: Verkäufer können das Amazon-Logistikangebot nutzen, bei dem Amazon die Waren für den Verkäufer kommissioniert, verpackt und versendet.

"Mit Webstore profitieren Verkäufer und Hersteller zum einen von der langjährigen E-Commerce-Expertise und zum anderen von der Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit der E-Commerce-Technologie von Amazon", wirbt Ian Clarkson, Director European Seller Services bei Amazon. Die Grundgebühr für einen Webstore beträgt 24,99 Euro im Monat, hinzu kommen Transaktionsgebühren (hier die Preisliste).

Einmal mehr bietet Amazon also ein Angebot, mit dem der Konzern auch beim E-Commerce des Wettbewerbs noch mitkassieren kann. "Amazon Webstore kann ein Rundum-Sorglos-Paket für Händler und Hersteller sein, die schnell ins E-Commerce einsteigen wollen", kommentiert Der Handel. "Allerdings begeben sie sich damit in die Hände eines großen Konkurrenten."

Der Service kommt auf jeden Fall zur richtigen Zeit, denn der Druck auch auf kleine stationäre Geschäfte, auch einen Onlineshop anzubieten, wächst. Eine aktuelle Studie, die NCR gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen Smart durchgeführt hat, zeigt, dass die Chancen für den klassischen Handel gar nicht so schlecht stehen - wenn er denn die digitalen Möglichkeiten geschickt integriert, Immerhin kaufen im Weihnachtsgeschäft 2012 danach lediglich 17 Prozent ausschließlich online, die große Mehrheit (59 Prozent) bevorzugt eine Mischung: den Komfort und teilweise die Preisvorteile des E-Commerce auf der einen Seite, auf der anderen die "Anfassbarkeit" der Ware im Geschäft und die persönliche Beratung.

Natürlich besteht dabei immer die Gefahr, die Vorteile des stationären Handels mitzunehmen und dann online zu kaufen (Showrooming), was nach einer aktuellen Bitkom-Studie 71 Prozent der Verbraucher tun. Die NCR-Studie gibt einige Hinweise darauf, wie stationäre Händler diese Gefahr über Onlineangebote verhindern können. Zum Beispiel: 32 Prozent der 1001 für die Studie online befragten Verbraucher würden gern direkt im Geschäft Onlinebestellungen aufgeben - etwas für Waren, die gerade nicht erhältlich sind. 34 Prozent würden zudem Onlinebestellungen gern in einem stationären Geschäft abholen, um vor Ort noch einmal die Qualität oder die Größe zu prüfen, bevor man die Ware bezahlt. Darüber hinaus hätten 22 Prozent gern die Option, das Onlineangebot des Unternehmens auch im Laden über eigens eingerichtete, computerbasierte Kiosksysteme abrufen zu können.

Diese Zahlen zeigen einmal mehr: In der engen Verbindung zwischen stationären Läden und einem Onlineangebot, wie sie zurzeit vor allem Wal-Mart vorexerziert, besteht eine gute Chance, Showrooming-Effekten entgegenzutreten. 

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