Salamander: Hier vermuten Verbraucher hohes Engagement

Es wird viel über Nachhaltigkeit geredet, aber es passiert recht wenig - zumindest in den Augen der Verbraucher. Die  trauen insbesondere den Mode- und Schuhhändlern nicht viel Engagement zu. Dies zeigt der aktuelle CSR-Tracker des Instituts für Handelsforschung Köln, der auf der Befragung von 3000 Verbrauchern beruht. Danach landet die Branche mit durchschnittlich 49 Indexpunkten deutlich schlechter ab als der Lebensmitteleinzelhandel (52 Punkte) oder die Drogerien, die mit 56 Punkten den Spitzenplatz belegen. Vor allem beim Engagement für den Klima- und Umweltschutz hapert es. Besonders schlechte Noten bekommen die Onlinehändler.

Das Feld der Mode- und Schuhhändler führt Salamander (58 Punkten) vor Peek & Cloppenburg (56) und Görtz (56) an. Im Ranking belegt Zalando den vorletzten Platz, Mirapodo platziert sich nur geringfügig besser. Allerdings betonen die Marktforscher vom IFH, dass dies für Zalando keineswegs ein echtes Problem darstellt. Laut der Vorgängerstudie vom Mai 2012 spielt das Thema Nachhaltigkeit für E-Commerce-Kunden keine große Rolle. Rund die Hälfte der Konsumenten gab an, sich keine Gedanken über das Thema Nachhaltigkeit in Zusammenhang mit der Bestellung von Produkten bei Versand- oder Onlinehändlern zu machen. Bedenkt man zudem noch, dass bei Befragungen dieser Art oft "sozial erwünschte" Antworten gegeben werden (also pro Nachhaltigkeit), dann dürfte die echte Quote der Gleichgültigen im Internet noch höher liegen.

"Während viele stationäre Händler das Thema Nachhaltigkeit bereits in ihrer Unternehmensstrategie verankert haben, weil die Konsumenten hier zunehmend kritischer werden, unterliegen Online- und Versandhändler diesbezüglich noch einer Schonfrist", glaubt Bettina Seul, Bereichsleiterin Forschung & Konzepte am IFH Köln. "Dies wird sich in absehbarer Zukunft aber vermutlich ändern."

Selbstverständlich ist das allerdings nicht. Denn in diesem Zusammenhang sind zwei kontroverse Trends relevant. Auf der einen Seite wird das Internet überproportional von jüngeren, gebildeten Schichten mit starkem Interesse an Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit genutzt - die vielzitierten LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability). Für sie gehört das Internet zum Lebensstil, und sie sorgen dafür, dass es mittlerweile zahlreiche Onlinehändler und -marktplätze mit nachhaltigem Modeangebot gibt (z.B. Manomama, Armedangels, Avocado Store, I Am Fair, Neverhill oder Kindsstoff).

Auf der anderen Seite zieht das Internet eine im Vergleich zum stationären Handel besonders preissensible Klientel an, für die andere Themen wie Nachhaltigkeit nicht an erster Stelle stehen, weil sie in erster Linie an Schnäppchen interessiert sind. Es wird sich erst noch zeigen, welche der beiden Gruppen die Anforderungen an Mode-Onlinehändler in nächster Zeit stärker prägen werden.  

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