IW und HDE kritisieren das Konjunkturpaket und fordern Steuerentlastung statt Einzelmaßnahmen zur Konjunkturbelebung. Bundeswirtschaftsminister Glos hebt die Bedeutung für den Mittelstand hervor.

„Selektive Maßnahmen zugunsten einzelner Branchen sind kein geeignetes Mittel, um die Konjunktur zu stützen", kritisiert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW). "Sie sind mit hohen Streuverlusten verbunden und kommen nicht nur deutschen Anbietern zugute."

"Besser wäre es, die Wachstumskräfte langfristig zu stärken - durch niedrigere Abgaben für alle", schlägt das IW vor.

HDE-Präsident fordert Steuererleichterungen

Bereits gestern äußerte sich der Handelsverband HDE skeptisch zum Hilfspaket - und schlug in dieselbe Kerbe, wie die IW-Ökonomen.

"Wir lehnen einzelne Investitionshilfen ab und sprechen uns klar für Maßnahmen zur Entlastung der Haushalte bei den Bürgern und Konsumenten aus", sagte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Nur mit einer "nachhaltigen Veränderung der Einkommensteuertarife und der Verfolgung des Ziels, dass die Bürger aus ihrem Bruttogehalt mehr netto bekommen" sei eine nachhaltige Stützung des Konsums möglich, betonte Sanktjohanser.

Glos streicht Bedeutung des Pakets für den Mittelstand hervor

Unterdessen verteidigt der Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, das Paket als "Maßnahmen zur Sicherung von Wachstum und Beschäftigung".

"Mir ist wichtig, dass ein Großteil der Maßnahmen besonders auf den Mittelstand zugeschnitten ist", sagte Glos in Berlin. „Um die Kreditversorgung insbesondere auch mittelständischer Unternehmen sicherzustellen, haben wir zum Beispiel eine zusätzliche Finanzierungsmöglichkeit bei der KfW im Volumen von 15 Milliarden Euro eingerichtet."

Die befristete Wiedereinführung der degressiven Abschreibung sowie von Sonderabschreibungsmöglichkeiten und die Erhöhung der steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen seien ebenfalls Maßnahmen, um den Mittelstand zu stärken.

Alle Einzelheiten zum Maßnahmenpaket der Bundesregierung
Bundeswirtschaftsminister Glos. Foto: obs/CMA
Bundeswirtschaftsminister Glos. Foto: obs/CMA