Christian Heitmeyer,  Gründer des  Shoppingclubs brands4friends, will mit dem Shopping-Portal Allyouneed den Einkauf von Konsumgütern des täglichen Bedarfs wie Nahrungsmittel, Körperpflegeprodukte oder Reinigungsmittel bündeln. Jetzt steigt das Start-up in die Beta-Phase ein.

Großes steht dabei bevor. Mit dem Kooperationspartner DHL will Heitmeyer langfristig 25.000 Produkte auf den Weg bringen. 8000 sollen es zu Beginn sein. Offizieller Start ist am 9. Mai.

Am 20. März wurden bereits die ersten Bestellungen verschickt. Das Sortiment besteht derzeit aus leicht haltbaren Artikeln des Trockensortiments, Kosmetik und Reinigungsmitteln. Frische und tiefgekühlte Lebensmittel bietet man vorerst nicht, man arbeite aber an Lösungen, heißt es.  

Allyouneed könnte im Wettbewerb mit zwei Elementen punkten. 

  • Jenseits der Metropolen kann ein klassischer Lieferservice den Markt nur schwerlich abdecken. Gerade auch mit Blick auf die Kosten. Die Provinz, folgerte schon Supermarkt.de-Gründer Dominik Mühl, erreiche man nur "über die Anpassung des Modells mit einem Paketversand". Hier ist Allyouneed mit dem Partner DHL,  der mit 33 Prozent an dem Start-up beteiligt ist, gut aufgestellt. Die Paketsparte der Deutschen Post wird neben dem Versand der Pakete auch Lagerhaltung und Kommissionierung übernehmen. 
  • Usability ist in dem jungen Markt entscheidend.  "Wir wollen den Einkauf bei uns so einfach, komfortabel und sicher machen wie möglich. Es gibt keine versteckten Kosten, keine komplizierte Registrierung und keine unübersichtliche Navigation", verspricht Allyouneed vollmündig.  Wenn das gelingt, hätte das Start-up deutliche Vorteile gegenüber Big Playern wie Rewe, deren Online-Bestellsystem schon bei Standards wie der Suchfunktion noch Optimierungsbedarf  hat.

Die große Herausforderung bleibt aber das Vertrauen: 45 Prozent der Verbraucher trauen Online-Angeboten in Sachen E-Food nicht, weil sie befürchten, dass beispielsweise Kühlung und Frische nicht verlässlich sind, sagt ein Studie von Putz und Partner. Allyouneed versucht denn auch schon jetzt mittels Facebook so viel Transparenz herzustellen wie möglich. 

Die zweite große Herausforderung: Frische Ware. Die muss Allyouneed alsbald bieten.  

Den Versand von Lebensmittel testen zudem ja  auch die großen Handelsketten und kleinere Anbieter wie Supermarkt.de. Das Start-up bietet auch Frischeartikel und TK-Ware. Allerdings nur an Hamburger Haushalte.  Auch Rewe liefert in den Test-Metropolen frische Ware aus.

Und sogar Amazon, das die Vielfalt des Angebots über die zahlreichen Händler gewährleistet und Schnelldreher des Trockensortiments  bereits über die eigene Logistik abwickelt, liefert über Partner wie Amorebio bereits Salate und Co aus.  Bundesweit. 

Das aber wird die Gretchenfrage für E-Food sein: Wer kann Salat?  Frisch, appetitlich, bundesweit, preiswert.  Denn der Salatkopf wird das vertrauensbildende Aushängeschild im Online-Lebensmittelhandel sein.