Es ist der bedrohlichste Moment für den Kaufabschluss im Online-Handel. Der Bezahlvorgang.  Hier drohen Kaufabbrüche in Serie, wenn der Kunde im unbeliebtesten Moment des Shoppings nicht so zahlen kann, wie er will. Zahlungsarten bestimmen die Konversionsraten also erheblich mit. Das Wissen über die Vorlieben der Kunden kann somit mitentscheidend sein für den Verkaufserfolg. Doch ausgerechnet das bei Händler unbeliebteste Zahlverfahren steht bei Kunden hoch im Kurs: die Rechnung. Doch es gibt Alternativen.

Die Rechnung ist durchweg bei allen Altersgruppen das beliebteste Zahlungsverfahren und wird besonders von Menschen ab 55 Jahren favorisiert. Das zeigt eine Studie von ibi research an der Universität Regensburg. 45 % bevorzugen diese Variante.

Führt ein Händler die Zahlung per Rechnung zu seinen bestehenden Zahlungsverfahren ein, kann er mit einer durchschnittlichen Senkung der Kaufabbruchquote von knapp 80 % rechnen.

Vorkasse ist dagegen völlig verpönt: Wenn nur diese Zahlungsmöglichkeit angeboten wird, suchen 88 Prozent der Kunden nach einem anderen Anbieter.

In den letzten zwölf Monaten wurden laut Studie vor allem die Kreditkarte (74 %) und der Rechnungskauf (71 %) genutzt. PayPal und Kreditkarte empfinden viele Kunden zudem als die nutzungsfreundlichsten Zahlungsverfahren.

Eine ebenfalls repräsentative Online-Umfrage vom Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) und von Creditreform Boniversum kommt indes zu anderen Ergebnissen.

Sie sieht elektronische Bezahlsysteme wie PayPal, sofortüberweisung.de, ClickandBuy, giropay mit einem Anteil von 41 Prozent vorne. Rechnungskauf nutzen demnach rund 27 Prozent der Verbraucher am liebsten. Die Kreditkarte ist mit einem Anteil von 11 Prozent (Vorjahr: 12 Prozent) weit abgeschlagen.

Die Lehre daraus: Die Nutzungspräferenzen dürften je nach Zielgruppe und Branche höchst unterschiedlich sein. Hinzu kommt: je nach vertrauenswürdigem Eindruck des Händlers wählen Kunden unterschiedliche Zahlungsarten.

Online-Händler sollten daher nicht allein auf Studien vertrauen, sondern testweise unterschiedliche Modelle anbieten. Doch da knausern die Händler: Knapp 40 % verändern ihr Portfolio an Zahlungsverfahren nicht mehr, nachdem ihr Shop das erste Mal live ging. Webshop, die hier flexibel agieren, können also gegenüber dem Wettbewerb Punkt gut machen.