Otto-Chef Schrader investiert Millionen in den Umbau

Als Otto im Frühsommer das Projekt Fokus ankündigte, war klar, es würde eines der ehrgeizigsten Baustellenvon Otto Vorstandschef  Hans-Otto Schrader  sein, um Otto und die Töchter Baur und Schwab fit für die Zukunft zu machen. Wandel aus Eigeninitiative, bevor  das Unternehmen nur noch auf den Druck  des Marktes reagieren kann.

Jetzt legt Otto erste Ergebnisse vor.

Und die sprechen für klarere Kante, deutlichere Positionierung und decken sich weitgehend mit den Erwartungen des Frühsommers.

Was steht bei Otto an?

Aktuelle Mode für die moderne Frau wird bei der Markenprofilierung wieder deutlich in den Vordergrund gestellt. Otto will in attraktive Sortimente investieren "mit persönlicher, femininer Marken-DNA", was immer man in Hamburg darunter versteht. In der Werbung aber soll das klarere Profil auch sichtbarer herausgestrichen werden.  Dann wird man sehen.

Wohin steuert Baur?

Baur richtet sich mit den Profilsortimenten Mode, Schuhe und Wohnen an die eher wertkonservative Kundin.

Die Position von Schwab?

Schwab wird sich mit der Marke Sheego auf Große Größen konzentrieren.

Synergien?

Auch technisch soll der Konzern durchgepustet werden. Bei Alexander Birken, Konzern-Vorstand Multichannel Distanzhandel und verantwortlich für Fokus, klingt das dann so: "Wir werden in den kommenden zwei Jahren eine neue Software für otto.de selbst entwickeln und damit das Herzstück der Plattform rundum erneuern. Außerdem sind wir überzeugt davon, dass E-Commerce zum Everywhere-Commerce wird. Unser Anspruch ist, unseren Kunden auf jedem relevanten Endgerät das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bieten.“

Insgesamt wird in den kommenden drei Jahren ein Betrag im dreistelligen Millionenbereich in Otto investiert.

Geprüft wird zudem,  ob und wie das Einkaufs- bzw. Category Management und Back-Office-Funktionen wie beispielsweise Buchhaltung, Controlling oder Personaladministration zentralisiert geführt werden können. Marketing- und Servicefunktionen aller drei Marken sollen aber weitgehend dezentral an den Standorten erhalten bleiben.

Die Folge aber ist klar. Deutlicher Arbeitsplatzabbau bis 2015. Ab 2013 könnten bei der Einzelgesellschaft OTTO bis zu 450 von 3.236 Vollzeitstellen von den Umstrukturierungen betroffen sein, Bei Baur in Burgkunstadt könnten bis zu 210 Vollzeitstellen von einem Abbau betroffen sein. Bezogen auf die insgesamt 3.296 Vollzeitstellen der Baur-Gruppe in Oberfranken werden maximal sieben Prozent betroffen sein. Bei Schwab in Hanau könnten maximal 40 Stellen betroffen sein.