Schauen wir einmal in den Flagship-Store von Burberry  in London an der Regent Street. Weit über 100 Display-Standorte zwischen den Regalen, die auch auf Online-Angebote verweisen. Beleidung mit RFID-Chip, der ein Signal an Spiegel-Displays sendet und dort dann das Produkt vorstellt, wenn der Kunde es davor hält. Mitarbeiter, die mit iPad bewaffnet den Kunden beraten - ein Showroom digitaler Möglichkeiten. Hier wird Omnichannel gelebt, Showrooming umarmt.

Es hilft ja nicht, Showrooming zu verniedlichen, wie dies eine Studie von Roland Berger im Auftrag des Shopping-Center Betreibers ECE andeutet.  Beruhigungspille für die Mieter. Im US-Weihnachtsgeschäft hat fast jeder vierte Smartphone-Nutzer im Laden Preise und Produkte mobil überprüft.  Das muss kein Nachteil sein. Eine aktuelle Studie des Interactive Advertising Bureau (IAB) zeigt nämlich, dass Showrooming  erstens nicht mehr wegzudiskutieren ist und zweitens in einen Vorteil verwandelt werden kann.

Zwar kaufen 42 Prozent der Showroomer im Bereich Unterhaltungselektronik dann auch online ein, doch laut Studie shoppen 30 Prozent im Laden. Gut für den stationären Handel dabei: Knapp jeder Dritte, der dabei sein Smartphone zückt, macht auch ungeplante Einkäufe im Laden.

Und es sind konsumfreudige Kunden.

42 Prozent der Smartphone-Nutzer geben dann im Laden über 1000 Dollar aus.  

Bei den, die ihr Handy stecken lassen, geben nur 21 Prozent mehr als 1000 Dollar aus.   

65 Prozent der Showroomer geben zudem an, dass sie danach ein Produkt mit höherer Wahrscheinlichkeit kaufen. Die mobile Nutzung kann also auch kognitive Dissonanzen beseitigen.

Anders gesagt: Händler wie Burberry können nur davon profitieren, wenn sie den Kunden mit Echtzeit-Informationen versorgen. Das dürfte nachhaltiger wirken, als die Versuche Online-Preise zu egalisieren, um so wie jüngst Best Buy Showrooming auszubremsen. Denn die Kunden kommen ohnehin schon gut informiert in den Laden. 75 Prozent, sagt die Studie, haben sich bereits vorab online informiert.

Preise dürften diese Kunden also kennen.

 

Was sie nun erwarten ist Kompetenz, Beratung, Beseitigung der letzten Zweifel, Anschauungsobjekte. Auch mit Hilfe (mobiler) digitaler Endgeräte. Wenn die überall herumstehen, womöglich eben noch mit größeren Displays als beim Smnartphone dann kann der Laden das Einkaufserlebnis um eine Dimension bereichern.  Zu seinen Gunsten.  Und Platz ist für solche Geräte ja im kleinsten Tante-Emma-Laden.

Polytouch bei Emmas Enkel