Die Debatte über Showrooming zieht weitere Kreise: Immer lauter werden die Klagen aus dem Einzelhandel, das "offline gucken, online kaufen"-Prinzip koste sie massive Umsätze. Die Händler sind aber nicht gut beraten, die Hände fatalistisch in den Schoß zu legen - es gibt Maßnahmen, mit denen man die steigende Smartphone-Verbreitung sogar positiv nutzen kann. Für etailment gibt Volker Wiewer, CEO von eCircle und Vice President Aprimo EMEA die wichtigsten Tipps.

1. Nutzen Sie alle Kundendaten und bieten Sie personalisierte Services

Einzelhändler werden neue Wege finden müssen, um ihre Kunden zu binden. Um den Umsatz und die Marge zu sichern, sind personalisierte Services im Geschäft oder Kundenbindungsprogramme sinnvolle Maßnahmen. Durch den Einsatz von Technologie und unter Einbezug aller Kanäle können sie kundenorientierter agieren, besseren Service anbieten und dem Kunden zum richtigen Zeitpunkt, über den richtigen Kanal relevante Angebote unterbreiten. Das A und O hierbei ist das konkrete Wissen um den Kunden, also die Nutzung und Analyse aller Kundendaten.

2. Berücksichtigen Sie mobile Endgeräte in Ihrer Vertriebsstrategie

Der Handel muss auf das veränderte Konsumentenverhalten reagieren und mobile Endgeräte in der Vertriebsstrategie berücksichtigen. Deshalb werden künftig auch Location Based Services eine wichtige Rolle spielen. Immer mehr Händler integrieren diese Funktionalitäten in ihre Apps, versuchen damit Kunden in die Filialen zu locken und bieten zusätzliche Services - etwa mit einem Store-Locator, der auf einer Karte alle Filialen im Umkreis anzeigt. Zudem erhalten die Nutzer Push-Nachrichten über Angebote und Events in einem Geschäft in der Nähe.

3. Betreiben Sie Cross Channel Retailing

Die Kunden wünschen sich zunehmend ein 360-Grad-Shoppingerlebnis über alle Kanäle. Idealerweise verknüpfen die Händler das stationäre Geschäft mit Onlinefunktionalitäten und nutzen darüber hinaus die Möglichkeiten des mobilen Kanals. Beispielsweise werden die Kunden über personalisierte Mailings und sozialen Netzwerke über Angebote informiert und erhalten Gutscheine mit Rabatt-Aktionen für den Einkauf in der Filiale, die sich auch mit dem Smartphone abrufen lassen. Retailer senken so nicht nur Ihre Akquisitionskosten, sondern schaffen auch eine einzigartige, positive Nutzererfahrung und stärken die Kundenbindung dauerhaft.

Studie: In den USA betreibt jeder dritte Kunde Showrooming

Auch in den USA macht dem Handel das Showrooming-Phänomen zu schaffen: Konsumenten gehen in einen Laden, entdecken ein Produkt, das ihnen gefällt, probieren es aus - und kaufen es dann online über ihr Smartphone oder zuhause, zu einem oftmals günstigeren Preis. Eine aktuelle Untersuchung von Aprimo gemeinsam mit der Forrester-Research-Analystin Sucharita Mulpuru zeigt, dass 33 Prozent der Verbraucher so vorgehen. Rund 96 Prozent der Befragten gaben an, dass sie künftig häufiger Preise über ihr Smartphone ermitteln wollen.

Weitere Ergebnisse der Aprimo-Studie:

  • Der Trend zum Showrooming ist relativ neu, und er wird sich schnell ausbreiten. So ist ein Drittel der Befragten, die ihr Smartphone noch nicht für Recherchen im Geschäft nutzen, bisher einfach noch nicht darauf gekommen, das zu tun.

  • Showrooming wird nicht nur bei großen Anschaffungen eingesetzt. Zwar werden am häufigsten die Preise für Elektrogeräte überprüft (39 Prozent), auf den Plätzen zwei und drei folgen aber Lebensmittel (37 Prozent) und Kleidung (33 Prozent).

  • Showrooming nützt den Einzelhändler mit niedrigen Preisen. Mehr als die Hälfte der befragten Verbraucher gab an, dass die ermittelten Online-Preise niedriger waren als die Preise im Geschäft. Nur acht Prozent erinnerten sich daran, über das Smartphone höhere Preise ermittelt zu haben.

Die Befragung wurde im Auftrag von Aprimo vom Marktforschungsinstitut Harris Interactive vom 16. bis 18. Oktober 2012 online durchgeführt. Befragt wurden 2.025 Erwachsene in den USA. Die Umfrage basiert nicht auf einer repräsentativen Stichprobe. 

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