iPad-Nutzer kaufen anders

Wir hatten's fast erwartet: Das iPad ist für 53 Prozent des Mobile Commerce in Europa verantwortlich. Die Umsätze über iPhones machen 19 Prozent aus, über Android-Geräte kommt ein Viertel. Dies geht aus dem "Mobile Performance Barometer 2012" hervor, für die das Performance-Advertising-Netzwerk Zanox E-Commerce-Transaktionen im zweistelligen Millionenbereich ausgewertet hat. Erfasst wurden über 1000 Werbekampagnen in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Benelux, Skandinavien und Polen. "iPad-Nutzer sind nicht nur sehr kaufkräftig", erklärt Stefanie Lüdecke, Chief Sales Officer bei Zanox. "Ihre Kaufgewohnheiten unterscheiden sich auch deutlich von denen der PC- und Smartphone-User." Und wie?


iPad-Nutzer bestellen typischerweise nach der Arbeit Modeartikel odere laden sich Musik herunter. Ein Drittel der täglichen Transaktionen findet zwischen 18 und 21 Uhr statt. Auch sonntags sind die iPad-Fans überdurchschnittlich aktiv. Bei den anderen Nutzergruppen mobiler Endgeräte und auch von PCs und Laptops sieht es anders aus: Sie shoppen vorwiegend montags bis donnerstags, danach nimmt die Zahl der Transaktionen leicht ab. Zudem bleiben die Aktivitäten über den Tagesablauf relativ gleich verteilt.

63 Prozent des Umsatzes über das iPad entfielen in den ersten drei Quartalen des Jahres auf Einzel- und Modehändler. Besonders zugelegt haben in diesem Zeitraum die Bereiche Retail and Shopping (222 Prozent), Telekommunikation und Dienstleistungen (223 Prozent) und Reisen (113 Prozent).

Was Zanox damit sagen will: „Die Entwicklung einer one-fits-all M-Commerce-Strategie für alle Plattformen reicht nicht aus, um die verschiedenen mobilen Nutzergruppen optimal anzusprechen", glaubt Stefanie Lüdecke. "Das iPad ist ein M-Commerce-Kanal mit ganz eigenen Gesetzen. Sales-Kampagnen für das iPad müssen an das spezielle Konsumverhalten der Nutzer angepasst werden.“

iPad-Nutzer stehen übrigens nicht unbedingt für höhere Pro-Kopf-Umsätze. Die Studie zitiert Luis Hanemann, Chief Marketing Officer in Residence bei Rocket Internet: Der anfängliche Effekt, dass sich über iPads durchschnittlich deutlich höhere Warenkörbe realisieren ließen, habe sich "ein wenig abgeschwächt. Die Erklärung dafür sehen wir in der großen Verbreitung des iPads – das inzwischen kein Luxusgut für Gutverdiener mehr ist.“

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