Luxus findet im Web statt. Der schlagzeilentaugliche Satz, mit dem WHITE Communications das Ergebnis seiner aktuellen Digitalen Luxusstudie (in Zusammenarbeit mit INSTYLE.de/ELLE.de und TOMORROW FOCUS Media) begleitet, lässt  in dieser Form eine vielleicht zu pompöse Beschreibung des Status Quo mitschwingen.

Im Vergleich zu anderen Sortimenten ist der Marktanteil von Luxus im Web eher noch eine Sache des Understatement. Dennoch. Da geht mehr. Viel mehr. Denn zumindest für Information und Inspiration ist das Web in Sachen Luxus inzwischen Küchenalltag. Auch die Aussichten für Luxus-Händler im E-Commerce werden deutlich besser.

Von März bis April dieses Jahres wurden 399 ELLE- und 367 INSTYLE-User zu ihrem Interesse an Luxus und exklusiven Produkten befragt. Über 90 Prozent der Befragten waren weiblich. Sechs von zehn informieren sich danach im Internet über Luxusprodukte.

Die kaufkräftige Zielgruppe ersteht dabei mittlerweile genauso häufig Luxusprodukte im Internet wie im stationären Handel, sagt die Studie. Allen voran bei Mode, Accessoires und Kosmetik darf es gerne teurer und hochwertiger sein. 48,8 Prozent der 30-49-Jährigen kaufen laut Studie Luxusprodukte im Webshop.

Klingt erstmal viel. Doch Vorsicht. Über Menge und Frequenz sagt das indes noch wenig. Den Anteil des Online-Kanals am weltweiten Luxusmarkt sollte man je nach Studie nämlich auf nicht mehr als 5% schätzen. Vorläufig.

 Eine Studie von McKinsey beziffert die weltweiten Online-Ausgaben für Luxusprodukte auf 6,2 Milliarden Euro. Rund 20 Prozent  der Offline-Ausgaben werden zudem im Web vorbereitet.

Umsatztechnisch passt das also alles nicht so ganz mit der Einschätzung der Verbraucher zusammen. Das hängt vielleicht auch damit zusammen, wie die Befragten Luxus definieren.

Die Tendenz aber stimmt: So rechnet der Luxusmarken-Verband Alta Gamma mit einem jährlichen Anstieg der Verkäufe im Internet um 20%. Der Online-Luxusmarkt wachse dabei deutlich rasanter als das Offline-Segment.