Es ist bunt, es sieht ein wenig nach Pinterest aus und wirkt damit so knuddelig-kuschelig, wie ein Flohmarkt auf einer App vermutlich nur wirken kann: Stuffle.it.

Nun ist ein Markt für Gebrauchtes im Web ungefähr so aufregend wie eine alte Santana-LP auf dem Trödel und doch hat Stuffle.it, das als kostenlose App im iTunes-Store daherkommt, einen erfrischenden neuen Ansatz.

Der ist mobil, Location-based und dialogorientiert und eine dann doch auch ziemlich neue Interpretation des digitalen Flohmarkt-Gedankens.  Es ist vielleicht nicht besser als eBay (obwohl das nicht weiter schwer wäre), macht aber in jedem Fall einen deutlich spaßigeren Eindruck. Stuffle ist das erste eigene Produkt der Beteiligungsgesellschaft Digital Pioneers N.V., die sonst unter anderem Unternehmen wie Luxudo, Bad Monkee  oder Panfu im Portfolio hat. 

Im Kern geht es bei Stuffle.it, das unter der Leitung von Florian Holzhauer als Head of Engineering zusammen mit Widgetlabs in Köln entwickelt wurde,  um die Lust am Spontankauf. Zurück zum Stöbern: Was gibt es denn für Trödel bei mir um die Ecke? Das Produktversprechen: "Entdecke mit Stuffle, was deine Nachbarn Tolles zu verkaufen haben – oder erstelle im Nullkommanix dein eigenes Angebot."

Also zeigt die App anhand eines Stadtplanes, wo einzelne Produkte angeboten werden. Große Bilder - Willkommen im Pinterest-Zeitalter - und eine kurze Beschreibung , mehr braucht es nicht für die Trödel-App über die auch die Produkte eingestellt werden können.

Die ermöglichst natürlich auch den direkten Austausch mit dem Verkäufer via privater Nachrichten. So können Interessent und Anbieter um Preise verhandeln. „Bei Stuffle soll es nicht nur um das Vergleichen von Angeboten gehen, sondern viel mehr um den Spontankauf und die Freude des Entdeckens“, erklärt Nico Lumma, COO von Digital Pioneers. 

Zukunftschancen:  

Für Digital Pioneers ist es zunächst auch ein Vorzeigeprojekt, will Heiko Hubertz, Aufsichtsrat von Digital Pioneers, doch nach Stuffle weitere Produkte als Inkubator an den Start bringen. 

In Metropolen könnte Stuffle (Stuff und Sale) auf jeden Fall etwas werden und die digitale Rückkehr der Nachbarschafts-Trödelmärkte bedeuten. Vielleicht ließen sich sogar in einer zusätzlichen Rubrik "professionelle Trödler" (aka Handelsketten und Stores mit Discount-Angeboten) einbauen. Der Verbreitung würde das nicht schaden. 

PS: Ich habe als Kind mal am Straßenrand altes Spielzeug verkauft. Das war ein ziemlicher Reinfall (aus Gründen) und das frühe Ende meiner Laufbahn als Entrepeneur. Stuffle.it hätte ich damals gut gebrauchen können.