Das Thema Mindestlohn bleibt in der Handelsbranche umstritten. Während Lidl eine staatliche Festlegung fordert, spricht sich die Supermarktkette tegut für die Einigung der Tarifparteien aus.

Das Vorpreschen des Discounters Lidl, der einen staatlich festgelegten Mindestlohn in Höhe von 10 Euro für den Einzelhandel wie auch für andere Branchen fordert, ist nach Meinung des Lebensmittelhändlers tegut wenig zielführend.

"Es ist gut, gegen Lohndumping vorzugehen, denn das darf nicht sein. Ich finde es auch gut, wenn Menschen für ihre Arbeit gut bezahlt werden", sagt Karl-Heinz Brand, tegut-Geschäftsleiter "Mensch und Arbeit", zu derhandel.de. "Und ich mag es auch nicht, wenn ein Handelsunternehmen im Wettbewerb dadurch Vorteile hat, dass er seinen Mitarbeitern weniger Geld bezahlt."

Allerdings spricht er sich gegen einen gesetzlich geregelten Mindestlohn aus: "Das sollte man den Tarifparteien überlassen." Denn die seien schon tätig und die Gespräche fortgeschritten.

"Mitarbeiterentgelt" statt Lohnkosten

Derzeit arbeiten Gewerkschaft und Arbeitgeber an einer neuen Tarifstruktur für die Branche. Bis zum Frühjahr 2011 soll dieses Projekt abgeschlossen sein. Die Diskussion über einen generellen Mindestlohn, der für alle Branchen und Regionen gleichermaßen gelten würde, sei daher wenig hilfreich, so Brand.

"Außerdem gibt es bereits geltende Tarifverträge für den Einzelhandel, an die wir uns bei tegut halten", so Brand. Demnach bekommt ein Mitarbeiter nach seiner Ausbildung 10,28 Euro und sein Einkommen steige innerhalb von drei Jahren auf 13,12 Euro.

Bei tegut werden im Übrigen die von anderen Unternehmen genannten "Lohnkosten" als "Mitarbeiterentgelt" bezeichnet.

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