Meine Schwiegermutter hat jetzt das Joggen entdeckt. Zwar ist sie ganz sicher (70+) kein „Digital Native“, trotzdem läuft sie mit iPhone und Jogging-App. Jetzt teilt sie der ganzen Familie mit, wo und wie schnell sie läuft. Danke, Internet.

Und sie nervt mit Fragen. Die erste: Warum kann man mit der App nur Tech-Gadgets zum Laufen kaufen (Sie hat schon zwei bestellt), warum nicht auch Laufschuhe? Die wichtigere Frage aber ist eine Denksportaufgabe für den Handel: „Warum gibt es solch eine App nicht auch beispielsweise von Runners Point oder Sport-Scheck – dann aber mit integriertem Shop für die neuen Schuhe?“ Schwiegermutter ist sich sicher. Dann würde sie öfter (online) shoppen. Einfach, weil sie die Sport-App öfter nutzt als jede Shopping-App.

Der Handel denkt womöglich auch mobil noch zu sehr in Ladenkonzepten. Spannender als die Brückentechnologie Shop-App „mit Fähnchen“ wären nutzungsorientierte und situationsbasierte Shopping-Apps. Beispielsweise eine Wetter-App, die mir montags sagt, welches Wetter am Wochenende ist, und mir dann die im integrierten Shop empfohlenen Gummistiefel von „Konsum.buy“ bis Freitag liefert.

Die Generation App denkt nicht mehr in zentralen Marken-Kategorien, sondern organisiert ihr Leben dezentral per Handy. In dieser Generation ist sogar eine Welt ohne Händler vorstellbar. Nicht aber eine Welt ohne alltagstaugliche Apps.