Quelle.de-Chef Tim von Törne
Quelle.de-Chef Tim von Törne

Erfolgsmeldungen klingen anders. Man habe die Strahlkraft der Marke Quelle überschätzt, sei nicht zufrieden, sagte Otto-Vorstandschef Hans-Otto Schrader auf der Bilanzpressekonferenz mit Blick auf die Entwicklung bei Quelle.de.

„Quelle.de wird zum Flop“, titelte darauf „Welt online“.

Quatsch, sagt sinngemäß Quelle.de-Chef Tim von Törne. „Dass in einem Start-up nicht immer alles nach Business-Plan verläuft, ist völlig normal“, sagt er im Interview mit etailment. Und: Die bisherigen Ergebnisse seien durchaus motivierend. 

Herr von Törne, die Formulierungen von Hans-Otto Schrader auf der Bilanzpressekonferenz, das klang doch nach einem Rüffel?

Ich stehe ständig in konstruktivem Dialog mit Dr. Rainer Hillebrand und Hans-Otto Schrader und kann die Aussagen daher einordnen. Die Presse – auch etailment – hat seine Aussagen über unser junges Unternehmen deutlich überinterpretiert. Von einer Katastrophe, wie Sie schreiben, kann nicht die Rede sein.

Sondern?

Quelle.de ist ein Start-up. Und wie jedes Start-up macht man eine Entwicklung durch. Dass diese nicht immer exakt nach Business-Plan verläuft, ist völlig normal. 

Trotzdem. Vom angepeilten Umsatz im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich dürften Sie ein gutes Stück weit entfernt sein?

Sicherlich haben wir noch nicht ganz das Niveau erreicht, das wir uns mit unseren ambitionierten Zielen gesetzt haben. Aber wir bewegen uns auch in einem schwierigen Marktumfeld. Trotzdem sehen wir insgesamt eine positive Entwicklung. Die Ergebnisse sind motivierend. Dass es bei quelle.de voran geht, hat ja auch Herr Schrader auf der Bilanzpressekonferenz erklärt. Wir entwickeln uns gut. Nur eben nicht so steil, wie wir das erhofft hatten.

Schrader deutete an, dass die Preise der Händler auf dem Marktplatz nicht unbedingt mit Amazon konkurrenzfähig seien. Müssen Sie die Anbieter mehr an die Hand nehmen?

Wir sind ständig im Gespräch mit den Händlern. Das ist ein dynamischer Prozess. Bei derzeit rund 500 Händlern und über einer Million Artikeln muss man immer eine Balance finden. Einen Marktplatz zu starten, ist eben etwas komplexer als die Eröffnung eines Webshops. Mit dem weiteren Wachstum der Plattform wird es leichter, die Waage zu finden. Wir sind da aber auf einem guten Weg. Wir beobachten in den vergangenen Monaten, dass sich die Preise bei Quelle.de immer mehr dem besten Preis am Markt annähern.

Es geht also weiter?

Ganz bestimmt. Wir sind bei Quelle.de optimistisch und überlassen den Pessimismus gerne den Medien.