77 Prozent schauen Online-Videos, davon ein Drittel mindestens wöchentlich. 50 Prozent sehen Filme und 47 Prozent schauen bei Live-Events über das Internet zu, in beiden Fällen etwa 12 Prozent auf mindestens wöchentlicher Basis. Das hat eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) ergeben. Die Lust am Bewegtbild können sich gerade auch kleine Händler zu Nutze machen. etailment sagt, worauf es dabei ankommt.Im günstigsten Fall sind die eigenen Youtube-Videos  eine Initialzündung für die weitere Mundpropaganda im Internet. Erst recht, wenn sie mit anderen Social Media-Maßnahmen verbunden werden. Das erhöht die eigene Bekanntheit.

Jenseits interessanter Inhalte ist es die vordringlichste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass das Video leicht gefunden werden kann.

Keywords, Titel und Beschreibung

Titel, Beschreibung und Schlüsselwörter (Keywords, Tags) mit denen sie nach dem Hochladen das Video beschreiben, sollten die wichtigsten Begriffe enthalten, die zum Video passen. Diese Metadaten sind wichtig. Durch sie wird der Algorithmus der Youtube-Suchmaschine über den Inhalt informiert.
Youtube bietet auch ein eigenes Tool, das Ihnen neue Keyword-Ideen liefert.

Die Überschrift des Videos, der Titel, sollte natürlich möglichst spannend und vielversprechend klingen und einige der entscheidenden Schlüsselwörter enthalten.
In die Beschreibung sollten Sie zudem einen anklickbaren Link zu ihrer Webseite einfügen.

Ähneln sich die Videos inhaltlich, dann können Sie auch mit ähnlichen oder gleichlautenden Schlagworten versehen werden. Der Youtube-Algorithmus sortiert diese Filme dann als „Ähnliche Videos“ ein. Das lohnt sich. Etwa jedes dritte Video sehen sich Nutzer an, weil Youtube weitere Filme am Ende eines anderen Videos empfiehlt. Daher kann es auch nützlich sein, Schlagworte einzusetzen, die in branchennahen oder thematisch ähnlichen Videos verwandt werden. Geben Sie dazu einfach passende Begriffe in die Youtube-Suche ein und prüfen Sie, welche Videos dazu angeboten werden.  

Gute Schlagworte sind auch noch aus einem anderen Grund wichtig. Youtube ist Teil des Suchmaschinenriesen Google. Videos mit guten Schlagworten werden also nicht nur bei Youtube gefunden, sondern können dadurch auch bei Google unter den vorderen Suchergebnissen landen.

Weil Google und Youtube jedes bisschen Information verarbeiten, ist daher auch sinnvoll, den oftmals kruden Dateinamen einer Videoaufzeichnung in einen „sprechenden“ Dateititel umzubenennen, bevor das Video hochgeladen wird. Also beispielsweise „Strickanleitung.mov“ statt „Movie4711.mov“.  

Standbild

Youtube ist ein visuelles Medium. Eine große Bedeutung hat daher auch das Standbild zum Video, das mit den Suchergebnissen anzeigt wird. Youtube empfiehlt, diese als eine Art „Mini-Werbeplakat“ zu sehen, weil das Bild mit darüber entscheidet, ob ein Video angeklickt wird. Youtube schlägt als besonders ansprechende Lösungen Nahaufnahmen von Gesichtern und visuell ansprechende Motive vor.
Wenn Sie Video auf der Plattform hochladen, erstellt Youtube  automatisch eine Auswahl an Mini-Bildern (Thumbnails) aus dem Video. Doch die Auswahl selbst lässt sich nicht steuern. Sinnvoll kann es daher sein, vorab eigene Standbilder zu erstellen und diese dann zusammen mit dem Video hochzuladen.

Interaktion

Videos sind Teil eines interaktiven Dialogs mit den Kunden im Internet. Sie sollten daher den Nutzer während oder am Ende des Films durchaus zu weiteren Aktionen auffordern. Denn die Mehrheit der Zuschauer wird nur aktiv, wenn man sie dazu auffordert.
Deshalb sollte jedes Video ein „Call-to-Action“ (Aufforderung zur Aktion) enthalten. Beispielsweise in dem Sie die Zuschauer bitten, das Video zu teilen oder Fragen zu stellen.
Ebenso können Sie ihn dazu anregen, den Video-Kanal zu abonnieren, sich weitere Inhalte anzusehen oder das Video zu kommentieren
Zuviel Aktionismus sollte ein Film dem Zuschauer aber nicht abfordern. Ein „Call-to-Action“ pro Film ist genug.  

Seien Sie außerdem ruhig auch ein bisschen mutig und erlauben Sie anderen Nutzern ihr Video auf Drittseiten, beispielsweise auf Blogs, einzubauen. Das erhöht die Viralität. Youtube fragt Sie beim Hochladen des Videos, ob sie der Einbettung auf Drittseiten zustimmen wollen.

Denken Sie daran: Jedes Video ist Ihre eigene Werbeplattform. Hinweise auf die eigene Website und die Einbindung des eigenen Logos - in der Regel am Ende des Videos - sind Pflicht.

Urheberrecht beachten

Viele Unternehmen untermalen ihre kleine Selbstdarstellung per Bewegtbild gerne mit Musik. Das ist auch in Ordnung. Musik kann schließlich visuelle Reize verstärken und ein Video lebendiger machen. Doch während Sie das heimische Urlaubsvideo für den Privatkreis daheim bedenkenlos mit Hits aus aller Welt vertonen können, gelten bei Youtube - und natürlich bei Videos auf Ihrer Website - andere Gesetze.

Hierbei handelt es sich nämlich im Grunde um eine öffentliche Vorführung. In den Nutzungsbedingungen heißt es deshalb, dass man zum Hochladen von Videos alle notwendigen Rechte braucht. Theoretisch muss somit jede Nutzung von Musik vom Urheber genehmigt werden. In Deutschland verwaltet die GEMA die Rechte für praktisch jeden bekannten Song.

Und was passiert, wenn Sie derartige Musik einsetzen? Wenn Youtube über eine Urheberrechtsverletzung benachrichtigt wird oder diese mit einem automatischen Programm erkennt, wird das Video entfernt und der Nutzer benachrichtigt. Möglicherweise wird das Konto auch vorübergehend gesperrt. Im schlimmsten Fall könnte der Inhaber der Rechte sogar eine Klage einreichen.

Sinnvoller ist es daher, zur Untermalung lizenzfreie Musik einzusetzen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite. Gute, beinahe kostenlose Songs bieten die unterschiedlichsten Plattformen im Web für die verschiedensten Geschmäcker und Einsatzgebiete an.