Inhalte. Das Kern-Mantra für gutes SEO lässt sich in einem Wort verdichten. Vincent Sünderhauf, Geschäftsführer seosupport, findet denn auch " Content beats Links".  In einem Gastbeitrag für etailment erklärt er, warum es daher eine gute Idee sein kann, seine Kunden im Webshop um ihre Meinung zu bitten.

Das vergangene Jahr hatte es aus SEO-Sicht in sich. Google und Co haben die "Spielregeln" immer wieder verändert, so dass viele SEOs ihre Strategien neu ausrichten mussten. Zahlreiche Webmaster haben 2012 eine Abmahnung von Google erhalten, bei denen es in erster Linie um den Aufbau unnatürlicher Links ging. Was viele unterschätzt haben: Die großen Suchmaschinen können inzwischen mit beeindruckender Sicherheit erkennen, ob ein Link gekauft oder tatsächlich von einem User freiwillig gesetzt wurde.

Der Umgang mit Links ist zu einem gefährlichen Spiel geworden – und ist das Risiko womöglich gar nicht mehr wert, denn Links spielen inzwischen keine so große Rolle mehr, wie es vor rund 12 oder 18 Monaten der Fall war. Google und Co. verlangen inzwischen verstärkt nach Content, der einen echten Mehrwert für die Nutzer darstellt (in erster Linie: Text). Der Aufbau von Links, der natürlich auch ohne plumpen Linkkauf bewerkstelligt werden kann, bleibt zwar weiterhin wichtig, doch die Gewichtung hat sich verändert.

Content beats Links!

Die Websites und –shops müssen inzwischen mit entsprechendem Content angereichert werden (falls der nicht ohnehin schon bereitsteht), soll die Seite im Ranking weiter klettern. Ausführliche Produkt- und Servicebeschreibungen sind gut und wichtig, doch worauf es inzwischen ankommt, sind Bewegungen auf der Seite, die einen regen User-Verkehr erkennen lassen. Regelmäßig neuer Text ist gefragt, der beispielsweise durch Blog- oder Forenbeiträge erstellt werden kann. Eine vielversprechende Möglichkeit sind auch Beiträge von Kunden direkt auf der Seite. Es lohnt sich, die Besucher der eigenen Website zum Kommentieren zu animieren! Bitten Sie Ihre Kunden um deren Meinung – und bieten Sie auf Ihrer Website eine entsprechende Plattform dafür.

Schwarmverhalten beim Online-Konsum

Fast drei Viertel aller Online-Käufe werden inzwischen auf Grundlage von Kundenbewertungen getätigt! Das ist verständlich, schließlich haben die Verbraucher im Online-Bereich den Anbieter nicht direkt vor Augen und suchen nach einer Einschätzung in irgendeiner Form. Die Beurteilung eines anderen Users – quasi einem Mitstreiter – ist hier viel Wert. Stehen dem Nutzer beispielsweise zwei Anbieter zur Auswahl, wobei der eine positiv und der andere überhaupt nicht bewertet wird: Für welchen Anbieter wird sich der Nutzer wohl entscheidet? Richtig. In diesem Fall, also einem direkten Vergleich, ist keine Bewertung im Endeffekt gleichzusetzen mit einer schlechten Bewertung. Holen Sie also Kundenrezensionen ein!

  • Eigenes System oder Amazon, Ebay, und Co.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Meinung der Kunden einzuholen: durch ein eigenes Bewertungssystem auf der Website oder durch die Einstellung der Bewertungen, die an anderer Stelle über Sie abgegeben wurden, zum Beispiel Amazon und Ebay. Für den zweiten Fall gibt es in der Regel entsprechende Plugins.

Hier holt auch gerade Google+ kräftig auf! Womöglich fühlt sich so manch einer vom Google-Imperium gegängelt, doch SEOs sind sich einig: Beim Ranking von Websites gibt Google den "eigenen" Usern den Vortritt. Google Plus und Google Places sollten also nach Möglichkeit mit einbezogen werden. Schauen Sie auf jeden Fall auch bei Ihren anderen Social Media-Kanälen wie Facebook und Twitter nach! Mitunter können hier Kundenbewertungen recht einfach auf Ihrer Website eingebunden werden.

  • Automatische Erinnerung einrichten

Vergessen Sie nicht, Ihre Kunden per E-Mail an die Abgabe einer Bewertung zu erinnern. Nutzen Sie Autoresponder, die eine entsprechende Nachricht automatisch nach einer Bestellung verschicken. Am Anfang wird eine Rabatt-Aktion so manchen Kunden davon überzeugen, eine Bewertung abzugeben: "Geben Sie eine Kundenbewertung ab und erhalten als Dankeschön einen Rabatt von 5 Prozent auf Ihren nächsten Einkauf." Hier betreiben Sie zugleich auch noch Kundenbindung.

  • "Starthilfe" geben

Die Bewertung des eigenen Shops lässt sich gut "anschieben". Fangen Sie mit Ihren "Premium-Kunden" an und bitten nach einem Kauf per Mail um eine Bewertung. Diese User sind Ihnen wohlgesonnen, eine positive Einschätzung ist also zu erwarten. Wenn diese Bewertungen prominent auf der Website platziert werden, steigt nicht nur der Umsatz, sondern auch die Anzahl der neuen Bewertungen. Denn User fühlen sich von einer gut geschriebenen Bewertung angestachelt, zumal es auf gut verfasste Texte öfters ein positives Feedback von anderen Usern gibt. Hier herrscht das Motto: "Was der kann, kann ich auch."

Jetzt sind Sie an der Reihe!

Packen Sie es an, zu Beginn auch gerne im kleinen Rahmen. Machen Sie es Ihren Kunden so einfach wie möglich und gestalten Sie das Bewertungssystem übersichtlich und benutzerfreundlich. Kaum jemand klickt sich durch einen Wust von Links und Unterseiten, nur um eine Kundenbewertung abzugeben. Ungeübte Shop-Betreiber werden bei der Umsetzung um einen technischen Support wohl nicht herumkommen, doch der Aufwand lohnt sich. Im SEO-Bereich ist regelmäßiger "Textnachschub" unumgänglich geworden und steigert zugleich die Konversionsrate.

Über den Autor:

Vincent Sünderhauf ist ein deutscher Serial Entrepreneur. Zu seinen ersten Gründungen gehören das Online-Marketing Unternehmen seosupport und die Sandia eCommerce (www.shisha-deluxe.de), einem Multishop-eCommerce-Unternehmen. Er ist Fachmann in den Bereichen E-Commerce und Online-Marketing.